Review

KRAYENZEIT - Von Mond Und Schatten27.11.2017

KRAYENZEIT - Von Mond Und Schatten

KRAYENZEIT - Von Mond Und Schatten

verfasst von Kalle

Hoppla... das ging aber flott. Gerade Mal ein Jahr nach dem letzten Album kommt wieder neues Material von Krayenzeit. Da sind aber ein paar Leute sehr kreativ gewesen und wollten damit nicht lange zurückhalten. Gut so! Krayenzeit mausern sich seit geraumer Zeit zu einer festen Größen im großen Genre des Mittelalter- & Folkrock.

Zu Beginn des Albums überrachte mich dieses, mit schönem Hall, verzaubte Intro. Direkt wird man in eine andere "Welt" gehoben und man erwartet gleich einen mystischen Weitergang. Doch auch wenn der Song "Spieglein Spieglein" heißt, so hat er nix mehr von der Sanftmütigkeit des Intros. Hier geht es direkt mit lockeren Melodien und Tempo los. Also lasst euch nicht vom Intro täuschen. Krayenzeit ist bekannt für viele verschiedene Einflüsse und auch dafür, sich in verschiedenen Temporegionen aufzuhalten. Mal Vollgas zum Feiern und fröhlich sein, und dann wird der Schalter umgelegt und man emotionsvolle Balladen. Ob das nun innerhalb eines Songs passiert oder nach und nach in der Trackreihenfolge, spielt dabei keine Rolle. Bei Krayenzeit muss man sich einfach nur treiben lassen von der Musik. Und die besteht bei Krayenzeit aus verschiedensten Instrumenten und Stimmen. Drehleiher, Flöten, Cello, Geigen uvm. sorgen für tolle Momente. Gänsehaut ist garantiert. Hört euch z.B. mal den wunderschönen Track "Am Leben" an. Textlich ein absolutes Meisterwerk! Es ist schwer zu beschreiben, aber der Song geht direkt unter die Haut!

Die Abwechslung ist ein großer Pluspunkt. Die Songs sind, jeder für sich, echte Kunstwerke. Egal ob harte Riffs, sanfte Geige oder verschiedene Stimmen, Abwechslung ist geboten. Allerdings wirkt mit zunehmender Spieldauer jeder Song fast gleich aufgebaut. Da fehlt mir persönlich etwas dann das Überraschungsmoment. Und ein weiterer kleiner Kritikpunkt.. manchmal möchte man mit dem Sound einfach über das Ziel hinaus und dann wirkt es etwas überladen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Song "Kein Engel". Hier prasseln viele Instrumente auf einmal ein und sorgen für ein kleines Chaos im Gehörgang. Da hat es sogar die Stimme schwer, sich durchzusetzen. Ich muss aber auch gestehen, ich hab nicht die allerbesten Boxen und musste zu Beginn etwas an den Reglern im Programm schrauben, damit mir etwas Druck auf die Brust kommt. Vielleicht hab mich mir dabei etwas verstellt. Aber in der Grundeinstellung, wie sie jedes Programm erst einmal hat, da könnte es etwas mehr Sauberkeit im Klang vertragen, was ich jetzt speziell auf den Track "Kein Engel" beziehe.

Was ich sehr interessant an dem Album und den Songs finde, es geht oftmals in Anspielungen um Vögel und Fliegen. Beispiele: "Krähenkönigin", Ikarus", "Kein Engel" oder "Vogelhochzeit". Letzterer sorgt für viele Schmunzler, soviel kann ich jetzt schon versprechen. Ihr werdet in jedem Fall mit dem Album eine Menge Spaß haben. Die Stuttgarter sind nicht geizig und präsentieren ihre vollgepackten 15 Songs mit voller Hingabe. Da habt ihr euch richtig was Schönes ins Nest gelegt lieben Krähen.


Tracklist:

01. Intro
02. Spieglein Spieglein
03. 30 Silberlinge
04. Am Leben
05. Wir Sind Die Sünde
06. Krähenkönigin
07. Blut Von Meinem Blut
08. Nirgendmeer
09. Ikarus
10. Kein Engel
11. Du Bist Mein Henker
12. Orpheus
13. Die Wut
14. Tagelied
15. Vogelhochzeit

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