Review

KISSIN´DYNAMITE - Ecstasy09.07.2018

KISSIN´DYNAMITE - Ecstasy

KISSIN´DYNAMITE - Ecstasy

verfasst von Kalle

Die Band verfolge ich nun schon seit einigen Jahren. Das erste Mal live erlebt als Vorprogramm von Primal Fear in Bad Arolsen und in so manch kleinem Club spielen sehen. Doch auch die große Bühne steht den Jungs aus dem Schwabenland. Ein Interview mit den Jungs nach einem Konzert ist mir sehr in Erinnerung geblieben, denn nüchtern war da keiner mehr von uns und mein Aufnahmegerät hat ein Schaden genommen. Das die Jungs seit daher eine Menge Entwicklung gemacht haben, kann man nicht abstreiten. Optisch, wie auch musikalisch hat sich bei Kissin´Dynamite eine Menge getan und dennoch bleiben sie die symphatischen Jungs, wie man sie so kennt.

Und das neue Album? Das hat mich etwas überrascht und ich hab mehrfach hören müssen, denn so ganz warm bin ich damit zu Beginn nicht geworden. Es hat einen doch sehr mainstreamingen Eindruck zuerst hinterlassen. Dabei ist aber genau das die Entwicklung, die ich eben angesprochen habe. Die Jungs wirken gereifter und professioneller. Das lässt schon der sehr kräftige Opener "I´ve Got The Fire" erahnen. Der war auch die erste Auskopplung aus dem Album gewesen und er zündet von Beginn an. Sehr eingängig nimmt er euch mit in das insgesamt 13 Song starke Werk. Das Hannes ein sehr starkes und wandelbares Stimmorgan hat, das ist nicht erst seit Neuestem bekannt, doch er stellt es auf diesem Album noch einmal richtig eindrucksvoll unter Beweis. Egal ob starker und schneller Opener oder wie schon der zweite Song "You´re Not Alone", mit sehr ruhigen Strophen und kräftigen Refrains, er meistert das ohne Probleme. Und der Song selbst ist, wie schon im Video dazu angedeutet, ein perfekter Lagerfeuertrack. Zuerst dachte ich auch: verdammt.. das klingt so nach Mainstream... aber umso öfter ich den Song hörte... umso mehr gefällt er mir von der Machart.

Und ab dem dritten Song kommen dann auch die harten Riffs an das Tageslicht. Bei "Somebody´s Gotta Do It" kracht es richtig. Hier wird ordentlich aufgefahren, so dass man sich ein wenig an Mötley Crüe erinnert, denn vom Klang steckt hier ein wenig "Kickstart My Heart" drin. Der Titeltrack zum Album "Ecstasy" hat dann ein sehr melodiöses Intro, was ebenfalls an die guten alten 80er Jahre erinnern lässt. Allerdings erinnert die Melodie doch ein wenig sehr an den Opener des Albums. Das die Jungs musikalisch sehr offen sind, beweisen sie immer wieder mit u.a. dem Einsatz verschiedener Gitarren. So kommt in der sehr sanften und gefühlvollen Nummer "Still Around" die Akustikgitarre zum Einsatz. Hier bekommt man dezent Gänsehaut, wenn man sich auf den Track einlässt. "Superhuman" könnte durchaus eine Nummer aus der Feder von Bon Jovi sein. So ein ganz leichten Hauch merkt man. Und bei "Placebo" merkt man den Schwachpunkt des Albums... nicht der Song selbst, sondern der Aufbau der Songs... bis hier hin haben fast alle Refrains fast einen gleichen Stil und die gewisse Mehrstimmigkeit / Effekte mit drin. Das ist für mich immer so ein kleiner Dorn im Auge. Wobei der Song das aber widerum rausholt, mit dem sehr schönem Gitarrensolo.

Davon gibt es auf dem Album in gewohnter Kissin´Dynamite Manier jede Menge. Was mir auf dem Album zusätzlich gut gefällt, ist eben dieser Touch zu Bon Jovi und Mötley Crüe... dieses Western USA Feeling. Beispiel: "Breaking The Silence". Passend zum Songnamen fängt der Track sanft und düster an und baut sich dann richtig gut auf. Wenn er dann ausbricht, dann bleibt diese gewisse Düsterheit bestehen, doch die Kraft und Dynamik nimmt extrem zu. Gefällt mir sehr. Was die Jungs zusätzlich gut gemacht haben: Sie haben mit "Waging War" eine klasse Live-Nummer auf die Platte gebracht. Der Mitmachpart ist direkt zu lernen und kann Live dann super umgesetzt werden. Das könnte richtig geile Live-Momente geben. "One More Time" zählt für mich auch zu einer sehr guten Livenummer, denn hier stell ich mir satte Pyroeffekte vor, denn der Track hat so etwas gewisses einer Hymne. Viel Power und Ausstrahlung, wenn man ihn laut dreht. Dafür geht es dann mit "Heart Of Stone" sehr sanft zu Ende. Hier faszinieren mich die epischen Drumtöne im Hintergrund. Das gefühlvolle in Hannes seiner Stimme hatte ich ja bereits erwähnt und das Gitarrenspiel lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Damit ist das Album eigentlich vorbei, doch mit "Wild Wind" und "No Time To Wonder" gibt es zwei Bonustracks. Die lasse ich so auf euch wirken. Das Album im Gesamten macht einen sehr gereiften Eindruck, auch wenn manche Dinge sich zu oft wiederholen, aus meiner persönlichen Sicht. Es muss auf einen wirken und dann kann es definitiv überzeugen. Es hat ein paar Anläufe bei mir gebraucht, doch jetzt ist es mehr als nur ein Album... es ist einfach ein gutes Album, das man ohne Probleme auf der Autofahrt einlegen kann. Eine gute Mischung, mit tollen Effekten und schönen Einflüssen. Man muss sie entdecken und auf sich wirken lassen. Da haben die Schwaben es sich nicht nehmen lassen und viel Kreativität bewiesen. Nächstes Mal darf es dann aber etwas mehr Abwechslung in den Songaufbauten sein, speziell was die Refrains angeht. Häufig die gleichen Dinge zu verwenden, fände ich etwas schade. Das ist aber auch das einzige kleine Manko was ich sehe. Der Rest ist musikalische Leidenschaft pur... und das in jeder Note.


Tracklist:

1. I´ve got the fire
2. You're not alone
3. Somebody´s gotta do it
4. Ecstasy
5. Still around
6. Superhuman    
7. Placebo
8. Breaking the silence
9. Waging war    
10. One more time
11. Heart of stone    
12. Wild wind    
13. No time to wonder

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