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KATAKLYSM - Meditations 10.08.2018

KATAKLYSM - Meditations

KATAKLYSM - Meditations

verfasst von Tim

Und ein weiteres Mal sticht das kataklystische Death Metal-Schlachtschiff der franko-kanadischen Formation Kataklysm in See, um der Metal-Gemeinde nach nunmehr 27 Jahren erneut die Gehörgänge zu malträtieren. Aber auch abseits der brutal-direkten Vollbedienung lässt diese Platte auch die hartgesottene Hörerschaft mehrmals positiv aufhorchen. Denn es sind vor allem mehrere interessante Dreingaben in Form der E-Gittare sowie dem meisterlich-brutalem Drum-Geknüppel, die einem jeden Stück seine eindeutige, markante Identität verleihen.

So markiert bereits der Opener "Guillotine" einen Death Metal-Einstieg par excellence, indem zu Beginn nach einigen weisen Worten eines wahrscheinlich älteren, verletzten Herren der Hörer sofort und erbarmungslos mit brutalem und schnellem Drum-Geknüppel geschunden wird. Überhaupt ist das Schlagzeug ein präsentes Instrument in diesem Stück und im Refrain sorgt das Zusammenspiel zwischen Axt und Drums für einen Hörgenuss. Während der Nachfolge-Track "Outsider" durch sein brutales, abwechslungsreiches E-Gittarenspiel samt zwischendurch drückend-eingestreutem Drum-Spiel besticht, macht sich der dritte Track "The Last Breath I´ll Take Is Yours" vor allem durch ein Duell zwischen E-Gittaristen und Drummer bemerkbar: der Schlagzeuger steigert sich in ein immer schnelleres, brutales Drum-Geknüppel hinein, während die Axt im Gegenzug dazu den im Hintergrund agierenden, passenden Klangteppich liefert. Die Bombe explodiert endgültig, wenn Frontman Maurizio Iacono zum Scream ansetzt und dann auch konsequent erbarmungslos wie ein Höllenfürst weiter herumkeift. Mit mönchsartigem Kehlkopfgesang begrüßt uns "Narcissist", welches für Death Metal-Verhältnisse geschmeidig in den gesang- und drumbetonten Bereich übergeht. Es sei erwähnt, dass im Refrain die Pausen im E-Gittarenspiel dem Stück eine zusätzliche Dramartugie verleihen.

Weitere Dramartugie wird auch in "Born To Kill And Destined To Die" sowie vor allem in "In Limbic Resonance" geboten. Denn: zum Einen verleihen die hochgezogenen E-Gittarenriffs mitsamt eines belebenden Drumspiels im fünften Track und einem musikalischen Kataklysmus in Form von künstlerisch-schönem Geschreddere durch Axt und Drums im sechsten Track dem Hörer den Eindruck: die Band will uns durch eine Talfahrt ihrer angepissten Gefühle und Gedanken mitnehmen. Es sei zudem erwähnt, dass "In Limbic Resonance" eines der Vorreiter-Stücke dieser Platte markiert. Der ohrwurmartigen, heroisch-klingenden E-Gittare nebst weiterer, interessanter E-Gittarenarbeit sei Dank! Eine Augenbraue wird hochgezogen beim Abspielen des Stückes "...And Then I Saw Blood". Zumindest Frontman Maurizio scheint da ein bisschen mit dem Metalcore zu liebäugeln, da sein Gesang stilistisch einer Band namens Parkway Drive nahe kommt. Die Spur der Dramartugie wird mal wieder in "What Doesn´t Break Doesn´t Heal" dank etwas zartem, doch mehr im Hintergrund agierendem E-Gittarenspiel, welches stilistisch nach Heaven Shall Burns "Endzeit" klingt, aufgegriffen.

Bei "Bend The Arc, Cut The Cord" vereint sich Maurizios teuflisch-brutaler Gesang mit dem rohen, aber gekonntem Drum-Geknüppele. Der Rausschmeisser "Achilles´ Heel" schließlich beschert uns dank dem heroisch-klingendem Zusammenspiel aus E-Gittare und Drums im Stile von Arch Enemy eine Gänsehaut. Der Gesang mit den hart-agierenden Instrumenten im Versteil münden über in den Refrain, wo die gelungene, schöne Kombi aus der zuvor angesprochenen Axt und den Drums wieder dramatisch in Szene gesetzt wird. Trotz des Ettikets Death Metal auf der Stirn sei allen Fans der Metal-Musik unbedingt folgendes ans Herz gelegt: hört jedes Stück konzentriert mehrmals. Denn die gute Qualität dieser saftigen Death-Metal-Keule reift mit jedem Hördurchlauf wie ein guter, alter Wein.


Tracklist:

01. Guillotine
02. Outsider
03. The Last Breath I´ll Take Is Yours
04. Narcissist
05. Born To Kill And Destined To Die
06. In Limbic Resonance
07. ...And Then I Saw Blood
08. What Doesn´t Break Doesn´t Heal
09. Bend the Arc, Cut the Chord
10. Achilles´ Heel

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