Review

KAMIKAZE KINGS - Royal Renegades27.01.2016

KAMIKAZE KINGS - Royal Renegades

KAMIKAZE KINGS - Royal Renegades

verfasst von Kalle

Fünf Jahre - drei Alben - für eine Band aus Berlin ein mehr als guter Schnitt. Dabei haben die Kamikaze Kings einige Besetzungswechsel über sich ergehen lassen müssen und sind immer wieder auferstanden. Jetzt mit dem dritten Alben scheint man reifer und erwachsener geworden zu sein. Weit weg von dem Pornrock und hin zu seriösen Klängen und ordentlichem Rock. Das merkte man schon bei den letzten Auftritten, wo man weg von den schrillen Outfits ging.

Und hört man jetzt in die Platte rein, passend dazu die Tracklist liest, merkt man diesen Wandel ebenfalls. Es geht zwar noch oft um Damen und Liebe usw., doch nicht mehr so ganz offensichtlich. "Touchdown In The Dangerzone", "Heavy On My Heart", "Powerbreaker" oder "She´s a Rocker" sind so ein paar Beispiele. Überrascht werdet ihr aber auf der Platte mit zwei deutschsprachigen LIedern. "Helden Sterben Nie" und "Ungebrochen". Hier zeigt Sänger Elmo mal so richtig sein Potential, was ruhige Balladen angeht. Das scheint ihm sogar sehr zu liegen, denn in den anderen Tracks hat man leider oftmals das Gefühl, das ein wenig Stimmvariation fehlt. Er ist kein ausgebildeter Sänger, das betont er immer wieder. Dafür passt es auf die Songs, die zum größten Teil auch er geschrieben hat. Dennoch ist auch genau das der Schwachpunkt der Platte. Der Gesang wirkt nämlich nach mehrmaligen Hören leider etwas zu eintönig, abgesehen von den Balladen.

Musikalisch überzeugt die Platte durch sehr viele schöne Rhythmen und Melodien. Das ist feinster Kamikaze Kings Rock. Da werdet ihr eure große Freude dran haben. Man spielt gerne mit dem Tempo und bedient sich an flotten Stücken wie "Dirty Girls" oder an den Midtemposongs wie "Live To Rock". Da sind schon ein paar schöne Hymnen drauf. Man hat sich auch gesangliche Unterstützung ins Boot geholt. Bei "Steel On Steel" singt Iris Boanta von Souldrinker mit, was dem Song noch einmal eine ganz besondere Power gibt, ist die Stimme von Iris eben sehr geil. Im Song "Infernal Bloodbond" bekommt Elmo den Support von Lay Down Rotten Sänger Jost Kleinert. Doch ehrlich... der Song leidet durch diese Growls. Er fügt sich schlicht nicht ins Gesamtbild ein. Ein tolles Spielerchen für ein Bonustrack oder so, aber als offiziellen Song halte ich persönlich das Stück für deplaziert.

Im Gesamten ist das dritte Werk sehr solide und unterhaltsam. Es hat viele starke Passagen und wird seine Fans finden. Die Songs fügen sich gut in das bisherige musikalische Schaffen der Band ein, aber leider ist eben in Elmos Stimme, so cool sie klingt, noch ein wenig der Schwachpunkt zu sehen. Manchmal klingt sie etwas farblos bzw. lustlos... so gezwungen. Ich kann es schwer beschreiben. Er hat ein geiles Organ, kann geile Texte schreiben... aber vielleicht ist der fehlende Gesangsunterricht vielleicht genau der Punkt. Doch das soll euch nicht aufhalten die Kamikaze Kings zu hören, denn sie sind eine coole Truppe mit großem Unterhaltungsfaktor! Und das zählt!

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1280