Review

JONO - Life02.01.2018

JONO - Life

JONO - Life

verfasst von Henry E.-S.

Wenn man selbst mal wieder bemerkt, dass man mittlerweile langsam aber sicher auf die 30 zusteuert, fällt einem auf, wie stark man sich verändert hat. Dinge wie Domino (das Spiel, was man zu viert spielt. Nicht Domino-Day), Adventures und ein gutes Stück Brie hätte man mit Anfang nicht mal mit dem Arsch angeguckt. Nicht mal als Hipster. Gabs die damals schon? Konnte man schon Hipster sein, bevor es cool war? Ich sollte sofort aufhören sonst komm ich da nicht mehr raus aus dem Gedanken. Also jetzt, also heute ist man reifer und gesetzter um auch mal eben mit solchen Dingen der Kategorie "sowas mag mein Vater" etwas anfangen zu können. Oder eben auch nicht Ich werde niemals verstehen, wie man ohne Internet leben kann. Oder wie man Opernsängerinnen gut finden kann, die mit ihrem Gekreische die Werke von Johann Strauß verschandeln (ich hab in Wien gelebt. Vertraut mir da einfach).

Aber mit dem Alter kommt auch das Wissen und die Fähigkeit etwas zu akzeptieren, obwohl man es persönlich so interessant findet, wie das Brunftverhalten des Blauwals. Und so ist es für mich mit Jono und ihrer neuen Langspielplatte Life. Es ist halt einfach, trotz meines fortschreitenden Alters und der damit einhergehenden Lebenserfahrung, einfach nicht meins. Also wirklich nicht. Echt nicht. Und es ist nicht so, als hätte ich es nicht versucht. Fast wie Kerry King bei seinen unzähligen Versuchen Ghost gut zu finden hab ich mich gefühlt. Und es hat auch nicht geholfen, dass der Sänger während den ersten beiden Tracks die absolut lächerlichste Gesangsleistung des Jahres abliefert und dabei klingt wie Jemand der Dio imitieren will, aber Dio überhaupt nicht kennt. Oder die Gesangsleistung der ersten beiden Tracks war eine Bewerbung des Sängers für die Rocky Horror Picture Show. Und noch dazu, ziehen sich durch das Ganze Album diese verdammten Weichnachtslieder-Glocken! Ach verdammt, stop stop, so wird das nix. Erstmal ein kleiner Break. Durchatmen Junge. Also sprach Zarathustra.

Jono spielen etwas, was man sich in etwa so vorstellen kann: Man nehme die guten Balladen und ruhigeren Stücke sämtlicher Power Metal-Bands dieses Planeten. Die packe man in einen Mixer, werfe einen Haufen Musiker dazu, die genau wissen, was sie da tun und genau da auch lieben und et voila: Jonos Album Life ward denen geschenkt, die da nicht ich sind.

Ernsthaft ich kann das Ding kaum beurteilen. Es eine der ruhigsten Power-Metal/Hard Rock mit einem bissl Orchester - Platten, die ich jemals gehört habe. Sie ist absolut gut geschrieben und die Lieder sind gut durch konzipiert. Na gut, etwas zu sehr ist der Standard auch dabei. Ansonsten keine Fehler, nichts zu meckern, aber. Aber, aber, aber, aber, aber.... Aber es ist einfach nicht meins! Es ist wohl echt zu Retro für mich. In diesem Sinne: 9 von 10 ältere Metal- und Rockliebhaber, die sowas gut finden für Life. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend und verstehe Jono einfach nicht.

Tracklist:
1. Sailors
2. Crown
3. No Return
4. On the other Side
5. Down Side
6. To be near you
7. My Love
8. The Magician final tweaked
9. Trust
10. The March

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