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JESSIKILL - Metal Knights03.02.2016

JESSIKILL - Metal Knights

JESSIKILL - Metal Knights

verfasst von Kalle

Ich bin hier etwas verwundert, wenn ich ehrlich sein darf. Die Band ist laut ihrer Facebookanmeldung seit 2012 existent, laut ihrer Biografie räumten sie schon so manch Preis ab und durften einige tolle Slots als Support und oft gar als Headliner spielen und dennoch kommt jetzt erst in 2016 die erste EP heraus und es gibt noch kein offizielles Album. Das macht mich etwas stutzig und gleichzeitig neugierig, was die Band aus Texas (USA) hier aufspielt.

Schon der Titel lässt viel Spielraum für Interpretationen, worum es denn gehen könnte. Hat man sich jetzt dem Rittertum verschrieben, geht es um das Mittelalter direkt doer wo ist der Faden dahinter? Liest man die Songnamen wie "March Of The Knight", "Metal Knights", "The Beast" oder "Give It All", dann könnte man klar davon ausgehen, das hier die mittelalterlichen Einflüsse vorhanden sind. Jedenfalls sind sie es thematisch sicherlich, doch in der Musik werdet ihr lange auf Mittelalterklänge warten können. Denn es heißt ja nicht umsonst Metal.

Und da bekommt man jede Menge von geboten und das von einer Sängerin, Jessica Marie Espinoza, welche durchaus sich bei Saxon bewerben könnte, denn stimmlich kommt sie schon gut an die Biff Byford Höhe heran. Allerdings ist sie aus meiner Sicht auch der ganz große Schwachpunkt der EP. Sie hat ne gute Stimme, doch ihre Gesangsart ist nicht so passend auf die Töne, die von ihren Musikern gespielt werden. Ich vermute mal, hier hat der Kollege im Studio ein wenig die falschen Regler gedreht, denn sie ist zu dominant abgemischt worden. Die Musik geht doch stark unter, wenn sie singt. Musikalisch ist die Platte top! Starke Gitarrenriffs von Joey V. und tolle Gitarrensolos von Lead-Gitarrist Jyro Alejo, der gleichzeitig auch das Keyboard bedient. Das hat Hand und Fuß und die Melodien sind sauber gewählt. Die Töne passen sich dem Thema "Metal Knights" gut an. Bassist Arturo Alvarado übernimmt in "The Beast" den Gesangspart. Hier erinnern die Gitarren ein wenig an Iron Maiden. Allerdings kommt dann das Keyboard dazu und dann dreht sich der Eindruck wieder.

Jessica hat an ihrem Gesang sicher noch etwas zu arbeiten, aber im Duett klingen beide echt stark. Absolute Empfehlung, wobei man wirklich Abstriche machen muss. Entweder man singt mit mehr Gefühl oder man passt die Musik dem Gesang etwas mehr an, dann sehe ich auch weit mehr Potential in der Band. Ich vermute, die Songs werden Live sicher richtig gut knallen und bin daher gespannt, wann sie das erste Mal in Deutschland auf der Bühne stehen. Zu wünschen wäre es ihnen.

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