Review

JEN MAJURA - InZENity06.12.2017

JEN MAJURA - InZENity

JEN MAJURA - InZENity

verfasst von Kalle

Jetzt werden sich viele sicherlich fragen, wer ist denn diese Jen Majura? Wer ein wenig in der Musiklandschaft umherschaut, der wird schnell fest stellen, das Jen viele Stationen durchlaufen hat und sicher zu einer der größten Musikerinnen gehört, die es aktuell gibt. Sie war Bassistin bei Equilibrium, Gitarristin bei Knorkator und ist nun bei Evanescence als Gitarristin am Start. Doch all das füllt sie anscheinend noch nicht genug aus, denn jetzt kommt bereits ihr zweites eigenes Album auf den Markt.

Es hört auf den Namen InZENity und beinhaltet insgesamt elf Tracks, die nur so vor Hard Rock strotzen. Sie selbst ist Gitarristin und Sängerin auf dem Werk, hat sich am Bass Jens-Ulrich Handreka, an den Drums Felix Lehrmann und an den Percussions Thomas Brucke dazu geholt. Es gibt aber noch weitere Musiker von Bands wie Annihilator, Testament, Panzerballet oder Glasperlenspiel und Freak Kitchen zu verzeichnen. Das Jen kreativ ist, das ist kein Geheimnis, und ein Energiebündel noch dazu. Was ich bis dato noch nicht wusste, wie interessant ihre Stimme im Gesang ist. Da war ich jetzt definitiv überrascht gewesen.

Die Platte hat eine Menge Abwechslung zu bieten, ist musikalisch sehr eindrucksvoll, doch es fehlt das ganz Besondere. Der komplette Funke möchte nicht überspringen, da es mir etwas zu glatt klingt. Man wollte hier wohl etwas zu perfekt wirken und hat dabei den ganz großen Druck weg gelassen. Der Fokus liegt klar auf der Gitarre und ihrer Stimme. Das ist ansich nicht verkehrt, geht es in erster Linie ja um Jen. Doch auf dem zweiten Blick ist es mir zu fokusiert. Es gibt aber ein Lied auf der Platte, was mich ganz besonders getroffen hat. Hier gibt es nur Stimme, Percussion und Akustikgitarre... das ist das "Lied Ohne Namen". Warum dies so genannt wurde, kann ich nur vermuten, denn würde man ein Trinkspiel draus machen und für jedes Shut the F*** up einen heben, wäre man sehr schnell betrunken. Allerdings zeigt sich genau in dem Song die Direktheit und wie man mit wenig eine großartige Message rüberbringen kann. Der Track ist mein persönlicher Favourit auf der Platte.

In den anderen Songs gibt es dennoch jede Menge zu entdecken. Man muss sich nur reinfinden und verinnerlichen, was Jen mit ihrer Musik ausdrücken möchte. Die Songnamen lassen viel vermuten, aber was genau dahinter steckt, kann ich aktuell noch nicht so ganz herausfiltern. "Leave Me", "Drama Queen", "Sick Brain" oder "Stupid Piece Of Wood" klingen merkwürdig, wenn man sie nur liest. Aber als Beispiel: "Sick Brain" lässt auf Verwirrung schließen und der Sound dazu ist wild und durcheinander, hat aber dennoch einen roten Faden, der einzigartig ist. Ich hab in letzter Zeit viele Alben gehört, aber selten war eine Scheibe so voller Abwechslung in einzelnen Tracks wie Dieses. Da hat jemand einen Roundhousekick in der Musikkiste betrieben und alles mögliche aufgewirbelt. Passend dazu gibt es ein Lied, das hört auf den Namen "Like Chuck Norris".

Ihr merkt... das Album begeistert mich auf der einen Seite, verwirrt mich allerdings auch auf der Anderen. Ein Dauerbrenner wird es nicht, aber eine interessante Abwechslung ist es in jedem Fall under daher könnt ihr der Scheibe durchaus euer Ohr leihen. Man muss sich halt darauf einlassen und darf nicht nach dem ersten Hören direkt Abstand nehmen. Das ist ein Album, das sich erst nach mehrmaligen Hören wirklich entwickelt.


1. All the other ones
2. InZENity
3. Leave me
4. Drama Queen
5. Bully lies
6. Lied ohne Namen
7. Sick brain
8. Stupid piece of wood
9. Tobi didn´t show up for breakfast
10. Like Chuck Norris
11. Far away

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