Review

IRON ANGEL - Hellbound20.03.2018

IRON ANGEL - Hellbound

IRON ANGEL - Hellbound

verfasst von Sebastian

Alt aber gut? Die Frage kann man sich verkneifen. Bei Iron Angel mit ihrem Neuling Hellbound kann man getrost sagen: Alt und gut! Schon 1980 gründete sich dieses deutsche Metal Urgestein um das es aber lange Zeit nicht gut stand und es in der Versenkung verschwunden ist. Mitte der achtziger schon kam es zu einem Split in der Band, nach der Wiedervereinigung und während der Arbeiten an einem neuen Album kam es zu einem Trauerfall innerhalb der Band und die Produktion war wieder auf Eis gelegt. Mehrere kleine Releases überbrückten dann die Zeit bis zum jetzigen Silberling Hellbound. Allein an der Laufbahn der Band, die auch viele kleine Eigenproduktionen mitbringt, erkennt man die Leidenschaft mit der sie Musik machen.

"Writings On The Wall" nimmt einen mit seinem markanten Riff und den hämmernden Drums gleich ordentlich mit. Die erste Passage von Dirk am Mikrophon hätte wohl irgendwie etwas kraftvoller klingen sollen denke ich? Als eröffnender Schrei ist das doch etwas mager. Neben dem Refrain, den man nach zwei Wiederholungen mitsingen kann, haben es mir die Solos angetan, die den doch sonst recht linearen Song gut auflockern. "Judgement Day" beginnt gleich wieder mit einem solchen. Zwar etwas kurz, aber in der Mitte des Stücks werden nochmal eine Minute lang die Saiten gequält was gut ins Ohr geht. "Hell and Back" kam mir nach den ersten Sekunden bereits irgendwie anders vor. Während die zwei Vorgänger soundtechnisch eher den Charme einer guten Proberaumaufnahme versprühten klingt "Hell and Back" wesentlich fetter und runder.

Immer nur Gitarren zum Song einleiten? Zum Beginn von "Blood and Leather" wird hier mal auf die Drums gesetzt. Insgesamt muss ich sagen ist dies der für mich abwechslungsreichste auf dem Album. Es gibt eine schöne Tempowechsel, Drum- und Gitarrensoli und einen Gesang der auch mal ein wenig langsamer und melodischer zu klingen scheint. "Deliverance In Black" überraschte mich mit dem Versuch einen Chorus mit einzubinden. Leider entpuppte sich dieser Gedanke schnell als nur ein kleiner Effekt an zwei Stellen. Nach mehrmaligem Hören ist mir auch klar warum mir "Purist Of Sin" als erster Song definitiv im Kopf blieb. Die Riffs und der markante Gesang huldigen wohl einer etwas bekannteren Band.

Kurz und knackig kann ich das Album allen Lieberhabern von Speed- / Trashmetal ans Herz legen. Es hat definitiv, wie anfangs gesagt, etwas von Proberaumsound der den Stil aber gut unterstützt. Jedoch fällt bei dem einen oder anderen Song (eher bei "Blood And Leather") auf, dass hier an dem Sound geschraubt wurde oder man einfach etwas experimenteller war. Das ist auch mein Fazit zu Hellbound. Solide Platte die mit etwas mehr Mut zum experimentieren noch besser geworden wäre.

Tracklist:

01. Writing's On The Wall
02. Judgement Day
03. Hell And Back
04. Carnivore Flashmob
05. Blood And Leather
06. Deliverance In Black
07. Waiting For A Miracle
08. Hellbound
09. Purist Of Sin
10. Ministry Of Metal
11. Wir stehen hier

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