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INLEGEND - Goliath's End08.01.2016

INLEGEND - Goliath's End

INLEGEND - Goliath's End

verfasst von Karla the Fox

Advent, Advent, ein Liedlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht eine EP vor der Tür. Und wenn das letzte Liedlein brennt, dann hast du das Advents-Special von InLegend verpennt.

Mein super kreativer Output beschreibt in kurz die tolle Idee, mit der Bastian Emig und seine Freunde ihre Fans in der Weihnachtszeit überrascht und beschenkt haben. Am 09. Januar gibt es ein Album mit dem Namen Stones At Goliath. Im Vorfeld dazu gab es an jedem Adventssonntag einen neuen Song gratis zum Download. Bis zum Heiligen Abend konnte man die dadurch entstehende EP (mit zwei weiteren Songs, sodass es insgesamt 6 sind) als Bundle mit Merch bestellen und verschenken, vielleicht auch an sich selbst. Ab dem 24. dann gab es die EP als kompletten Gratisdownload auf der Homepage der Band. Vor diesem ganzen Spaß durften sie noch mit Beyond the Black auf Tour die Meuten von sich begeistern (was sie auch wirklich getan haben, wenn man sich die Reaktion auf andere Vorbands so anschaut).

Goliath's End geht was Metal angeht, wirklich erst mal gegen jeden Strich. Die Lieder sind leicht und besinnlich, extrem eingängig und fast schon kitschig. Ich denke dann nicht an Männer in schwarzen Shirts mit langen Mähnen sondern an meine Kindheit im Kirchenchor und wie wir mehrstimmig zu den Klaviermelodien unserer Leiterin mit Kraft losgesungen haben. Der Beginn von "Waifs 'n Strays" wird in der Youtube-Version sogar von einem Jungen aus einem Kinderchor gesungen. Auf der mir vorliegenden EP ist es Kern der Band Bastian selbst. Begleitet wird er aktuell von Daniel Schmidle (Piano, Keytar), Paul Perlejewski (Bass), Daniel Galmarini (Piano) und Marcos Feminella (Schlagzeug). Wer gut aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass es keine Gitarre gibt, dafür eine Menge Tasten. Das ist, womit InLegend ihren größten Kontrast setzen. Da wird einem allerorts vorgepredigt, Rockmusik sei am dominanten Gitarrenklang zu erkennen und dann so was. Statt sich dafür zu schämen, dürfen sich InLegend aber gerne dafür feiern lassen.

Da es sich um ein Weihnachtsspezial handelt, sind die Lieder natürlich alle etwas pathetisch ausgefallen. Da geht es dann um die großen Gefühle, um das Heimkehren, die Liebe, um Dunkelheit aber auch Schönheit. Die besten Lyrics finden sich in "Arabesque". Mit ihrer "hand-hammered piano craft" dürften die Jungs eine Freude unter jedem Weihnachtsbaum sein, selbst wenn diejenigen, die diesen geschmückt haben, sich als etwas alternativ sehen. Diese universalen Töne verbinden alles. Man merkt es irgendwie selbst, aber dass Emig wirklich in einem kleinen afrikanischen Land namens Burkina Feso geboren wurde, ist faszinierend. Die afrikanischen Rhythmen und Melodien sind deutlich zu hören, und, wenn ihr mich fragt, denn klassischen nordischen oder germanischen Musikwurzeln weit überlegen.

Ob InLegend nun cool sind und echte Rocker oder ein verweichlichtes Chorensemble, darüber dürft ihr gerne streiten. Ich klicke derweil auf Repeat. Weil ganz ehrlich, die Feiertage und Ferien können auch ziemlich stressig sein. Da ist so eine Musik wie die auf Goliath's End ein tolles Ventil zum Runterkommen.

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