Review

Ildra - Eðelland 10.03.2018

Ildra - Eðelland

Ildra - Eðelland

verfasst von Louisa

Ein Re-Release des Debut-Albums - und das, obwohl niemals auch nur ein zweites Album veröffentlicht wurde, ist schon ungewöhnlich. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ursprüngliche Release aus 2011 nicht einmal zu kennen, aber das hält mich nicht davon ab, hier nun trotzdem meinen Senf dazuzugeben.

Das Album wurde nicht nur komplett auf Altenglisch geschrieben und vertont, sondern ausschließlich auf traditionellen Instrumenten gespielt. Alleine das bringt dem Hörer die ursprüngliche Atmosphäre schon deutlich näher und vor allem die Instrumentalstücke profitieren davon. Mit einem davon beginnt das Album auch direkt. "Sweorda Ecgum" erinnert etwas an die Instrumentalstücke von Ensiferum. Es ist sehr melodisch und kommt doch völlig ohne Gitarre aus, nach dem erwarteten Black Metal klingt es aber noch nicht.

Das tut "Rice Æfter Oðrum" dafür umso mehr. Die klassischen Männerchöre des Pagan Metal dürfen hier nicht fehlen und die harten Instrumentalphasen werden immer wieder von gesprochenen Passagen durchbrochen. Die Engländer verstehen es, mit ihrer Musik eine Geschichte zu erzählen, ohne dass der Hörer die Sprache verstehen muss. Der Sprechrhythmus des Sängers in Kombination mit den Trommelrhythmen malt eine Atmosphäre, die durch gelegentliche Hintergrundgeräusche wie Schlachtenlärm oder Rabenschreie ergänzt wird.

Auch die Instrumentalstücke wurden von den Pagan Black Metallern sehr bedacht eingesetzt. "Esa Blæd" nimmt den Hörer mit in die Natur und hört sich sehr ursprünglich und friedlich an, sodass das darauf folgende "Ofer Hwælweg We Comon" im Vergleich dazu viel härter und brachialer wirkt. Die Musik bildet die Gefühle der besungenen Personen beeindruckend ab. Auf Eðelland befinden sich nicht einfach neun voneinander unabhängige Tracks, sondern es erzählt eine komplette Geschichte die der Hörer begreift, auch wenn er den Text nicht versteht.

Ich kann Eðelland jedem empfehlen, der schon Fan des Genres ist und auch denjenigen, die sich langsam an den (Pagan) Black Metal herantasten wollen. Da Ildra das Album eigentlich schon 2011 veröffentlicht haben wird es nun aber wirklich Zeit für die Engländer, ein neues Album aufzunehmen. Material für Re-Releases gibt es ja sowieso nicht mehr.

Tracklist:
01. Sweorda Ecgum
02. Rice Æfter Oðrum
03. Hrefnesholt Dæl I
04. Esa Blæd
05. Ofer Hwælweg We Comon
06. Nu is se Dæg Cumen
07. Earendel
08. Swa Cwæð se Eardstapa
09. On þas Hwilnan Tid

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