Review

ICY STEEL - Through The Ashes20.09.2016

ICY STEEL - Through The Ashes

ICY STEEL - Through The Ashes

verfasst von Kalle

War ja klar... es musste mal wieder eine Band aus Italien sein, die ich mir ausgesucht habe. Warum sollte es auch anders sein? Italien liefert halt eine Menge Musik, da die Leute dort voller Temprament stecken und es irgendwie raus muss. Nur Pasta kochen wäre auch auf Dauer langweilig, also ran an die Instrumente und Feuer frei. Zuletzt hatte ich ja viele Bands im Power Metal Bereich, die viel mit Keyboard und epischen Melodien aufgetrumpft haben. Verabschiedet euch für dieses Review mal davon, denn hier gibt es puren Metal auf die Gehörgänge gepresst. Aufgeteilt auf zwei CD´s packen Icy Steel auf ihrem vierten Werk einfach Alles drauf, was der Metal in seiner Form zu bieten hat. Schnelligkeit, Riffgewitter, satte Stimme und einfach nur... pure Metal.

Sind die Songs auf Englisch und ebenso betitelt, könnte man sich beim Intro schon wundern, warum das auf Italienisch eingesprochen wurde. Etwas schade, versteht man so nämlich kein Wort, worum sich das Ganze dreht. "Last Man On The Earth" nennt sich das Intro und nur daher kann man erahnen, was der Background sein könnte. Aber hey... das Intro ist nur Beiwerk, wartet mal den ersten richtigen Track ab. "Fire And Flames" nimmt euch gleich mit in ein Hightempo-Machtwerk. Gerne etwas mehr Druck in die Produktion und Nackenschmerzen sind vorprogrammiert. Warum man dieses doch ordentliche Tempo nicht in den zweiten Track "The Day Became Night" mit rüber nimmt, bleibt der Band ihr Geheimnis. Hier hätte man auf diese Uptemponummer durchaus verzichten können und stattdessen den grandiosen Song "Ritual Of The Wizard" packen können. Der geht nämlich runter wie Öl. Die Drums wirken in erster Linie etwas verstörend, weil sie einfach nur wild getrommelt klingen und man meinen könnte, hier fehlt jeglicher Zusammenhang. Aber hey... welcher Zauberer ist schon perfekt und kann alles in einer Linie darstellen?

Man spielt ein wenig auf dem Album, so ist mein Eindruck. Ihr bekommt eine Menge geboten, doch ob man alles für Gut befinden muss, überlasse ich dann auch eurer Interpretation. Mir persönlich gefällt z.B. der Hall in der Stimme bei "Last Thing To Destroy" sehr gut, hätte das Ende aber nicht ulkig gemacht. Erst zögert man eine Art Männerchor in die Länge, um dann noch einmal ordentlich aufs Tempo zu drücken. Hier hätte das Ausfaden sicher etwas mehr gebracht und dem Song nicht so einen Beigeschmack gegeben. Es gibt aber auch eine Menge zu genießen. In "... And The Warriors Return", eine satte Bassspur, tolle Gitarrenklänge und eine schöne Melodie zum Beispiel. Die setzt sich auch zu Beginn von "Today The Rain Cries" fort. Und Sänger Stefano Galeano alias "Icy Warrior", lässt hier gut Gefühl in die Stimmfarbe eindringen. Doch ihm liegen Balladen nicht so wirklich, das merkt man daran, wie er mit den Tönen zu kämpfen hat, um sie zu halten, damit ihm die Stimme nicht komplett entgleitet. Aber es wird noch kurioser auf dem Album.

Songs, wie der mich sehr irritierende "Inside The Glass Place", bringen komische Klänge auf die Plate. So ganz nachvollziehen kann ich diese Klänge nicht unbedingt, weil sie leicht spanisch angehaucht sind. Kann mich hier aber auch irren, dennoch kann ich den Song einfach nicht zuordnen. Ulkigerweise zieht sich das durch die gesamten Songs, die auf der zweiten Plate zu finden sind. Eine Erklärung dazu konnte ich leider nicht finden. Es ist aber etwas irritierend, ist die Platte so sonst sehr stark, ziehen diese sehr ruhigen Songs etwas die Headbangerstimmung runter. Gänsehaut kommt leider auch nicht auf. Im Gesamten wirkt die Platte im Gesamten ganz ordentlich, wobei man aber Abstriche machen muss. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, die Vier laufen durch Asche und machen dabei Musik. Oft klingt es wie einfach mal drauf los und ohne System. Das wird erst auf dem zweiten Blick ein wenig ersichtlich. Zudem ist die Soundproduktion nicht ganz optimal. Ich musste gut nachregeln, damit ich etwas Druck in die Scheibe bekomme. Da wirkt das Album etwas zu glatt produziert. Es macht Laune, aber ein Dauerbrenner wird es leider nicht, wie ich nach dem "Fire And Flames" Track erhofft hatte. Naja... nicht jede Platte aus Italien kann ein Volltreffer sein.

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