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HONEYMOON DISEASE - The Transcendence06.12.2015

HONEYMOON DISEASE - The Transcendence

HONEYMOON DISEASE - The Transcendence

verfasst von Robert K.

Vielleicht orientieren sie sich einfach nur an ihren Idolen und machen sich zu viel Mühe, wie diese auszusehen oder in Schweden kommt eine neue Weller der 69er Mode auf. Wer weiß? Honeymoon Disease sind jedenfalls eine Groove Rock'N'Roll-Band aus Göteborg, die sich wie Hippies kleiden. Das qualifiziert sie für manch einen als Hipster, doch eigentlich sehen sie nur Mainstream vor 50 Jahren aus, genau wie der typische langhaarige, Boots tragende, Lederarmband und Nieten verehrende, Methorn trinkende Klischeemetaller Mainstream vor 30 Jahren ausschaut. Danke an Deth Leppard und Brenocide von MetalSnob auf die Doppelmoral hinzuweisen. Die vier Jungs und Mädels hauen uns ihr Debütalbum um die Ohren und da ich sie vor Kurzem live sah, fühle ich mich nun fähig, eine fundierte Meinung abzugeben.

Auch wenn die Aufmachung der Band etwas Anderes vermuten lässt, so schlagen sie keinen gediegenen Ton an. Es geht flott von Lied zu Lied weiter und man fühlt sich auf den Highway versetzt. Sängerin Jenna hat eine einprägsame Stimme und gerade der Refrain von "Higher" bleibt lange im Ohr. Es ist wirklich schwer, das ganze Album nicht in Dauerschleife zu hören, weil jedes Lied in das andere greift, nicht musikalisch, aber thematisch. Sie passen so gut zusammen, dass es nicht langweilig wird und das muss man erst einmal schaffen. Das ganze Album scheint einen Retro-Filter drüber gepinselt zu haben und das trägt unglaublich gut zur Hörbarkeit bei, denn man hat das Gefühl, neben einem alten Kofferradio zu sitzen - Charme ist halt wichtig.

Wenn man das Album auf seine Essenz herunterbrechen möchte, kommt man an Spaß nicht vorbei. Die Band hat sowohl live als auch auf Platte sehr viel Spaß am Spielen. Die Energie ist spürbar und das überträgt sich auf den Hörer. Manchmal merkt man dem Album ein gewisses Kalkül bei der Umsetzung an und Hippies sind für mich so weit von Schweden entfernt wie Fisch von Klebeband. Das lenkt nicht davon ab, dass man dieses Album mindestens einmal gehört haben kann und sich in eine rockigere Welt ziehen lassen hat.

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