Review

HEKATE - Totentanz15.05.2018

HEKATE - Totentanz

HEKATE - Totentanz

verfasst von Louisa

Nach Sonnentanz (2000) und Tempeltänze (2001) scheint es für Hekate Zeit für ein weiteres Tanz-Album zu sein. Totentanz ist auch das erste Album, das ich von der Band höre, die es schon länger gibt als mich. Schon beim ersten Blick auf die Tracklist wird deutlich, dass sich auf dem Album ein bunter Mix aus deutsch- und englischsprachigen Liedern befindet, die thematisch völlig unterschiedlich sind, abwechslungsreich scheint das Album also zu sein.

Der Start in das Album gelingt mit "The Old King" eher sanft. Der Einstieg ist geprägt von mystischen Trommelrhythmen und dem klagenden Ton eines Rufhorns. Der Gesang von Axel Menzer fügt sich nahtlos in dieses Klangbild ein und schafft so eine sehr schöne Atmosphäre, mit der der zweite Song "Lost And Broken"direkt wieder bricht. Hier geht es statt mit einem langen Instrumentalintro direkt mit dem Gesang los, der Song ist wesentlich direkter und weniger mystisch als der erste, aber auf eine ganz andere Art trotzdem gut.

Insgesamt wirkt das Album durch die vielen Stil- und Tempowechsel allerdings etwas zerrissen und wenig zusammengehörig. Vor allem, dass auf der ersten Hälfte des Albums nur Axel Menzer und auf der zweiten - in einem ganz anderen Stil - nur Sängerin Susanne Grosche zu hören ist, vermittelt den Eindruck, die beiden Künstler hätten sich einfach eine CD für ihre verschiedenen Werke geteilt und jeder separat eine Hälfte dazu beigesteuert, ein roter Faden ist auf jeden Fall nicht erkennbar.

Vor allem die zweite, deutlich ruhigere Hälfte von Totentanz zieht sich dann etwas. Nachdem Hekate am Anfang des Albums bewiesen haben, dass sie auch energetische Stücke können, wirken ruhige Tracks wie "Embrace The Light" oder "Desire" im Vergleich sehr langweilig. Das mag möglicherweise auch an dem etwas zu laut abgemischten Gesang liegen, der das oft schöne und verträumte Instrumental in den Hintergrund drängt und nicht so sensibel und fragil klingt, wie es die melancholische Musik vielleicht gebraucht hätte.

Insgesamt holt Totentanz den Hörer nicht so ganz ab, ohne wirklich etwas falsch zu machen. Durch die Aufteilung der beiden Sänger auf die zwei Album-Hälften wirkt das Werk nicht wie ein Ganzes, sondern wie eine lose Sammlung von einzelnen Stücken. Besonders hervorheben sollte man allerdings "Mondnacht" und vor allem "Am Meere", in denen der Sänger mit gesprochener Lyrik und dazu passender Musik eine wunderschöne Atmosphäre schafft - wer Das Abendland Projekt kennt, kann es sich ungefähr vorstellen. Ein ganzes Album mit ähnlichen Liedern würde ich auf jeden Fall empfehlen, dass sie das Zeug dazu hätten, haben Hekate ja gezeigt.


Tracklist:

01. The Old King
02. Lost And Broken
03. Mondnacht
04. Luzifer Morgenstern
05. Ascension Day
06. Totentanz
07. Spring Of Life
08. Embrace The Light
09. Desire
10. Am Meere


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