Review

HEAVYSAURUS - Rock´n´Rarrr Music20.04.2018

HEAVYSAURUS - Rock´n´Rarrr Music

HEAVYSAURUS - Rock´n´Rarrr Music

verfasst von Kalle

Ich erinnere mich gerne an das Jahr 2011 zurück. 2 1/2 Monate habe ich dort in Finnland gelebt und natürlich einige Dinge mitgemacht. So stand ein Konzert von Hevisaurus auf dem Plan. Schon damals in Finnland eine ganz große Nummer, für die Kleinen. Denn Hevisaurus sind eine Band für Kinder. Allerdings haben sie den Faktor Heavy Metal, der sie so genial macht. Lieder für Kinder gemacht, mit Musikinstrumenten, wie sie auch Lordi benutzen. Versteckt hinter Dinosaurier- und Drachenkostümen, spielen Hevisaurus einen grandiosen Sound. In ihren Songs geht es um Popcorn, müde Mammuts, ihr Leben als Band und viele andere lustige Dinge.

Das Konzert begann damals schon um 15 Uhr und die ersten Reihen waren mit Matten ausgelegt, so dass auch die ganz kleinen Besucher an dem Konzert teilnehmen konnten. Die Eltern und wir etwas größeren Kinder sind im hinteren bzw. auch oberen Bereich geblieben. Ich hab damals nicht wirklich ein Wort verstanden und war froh über meine Begleiterinnen, die mir hier und da ein paar Brocken übersetzt haben. Mehr war ich fasziniert von der Musik und wie die Kinder darauf reagiert haben. Und schon 2011 habe ich gesagt: So etwas müsste es auch in Deutschland geben. Die CD habe ich mir damals mitgenommen, spiele sie häufig ab und genieße den Klang von Hevisaurus.

Und dann kam vor wenigen Wochen ein Treffen, wo mir berichtet wurde, es gibt jetzt demnächst Heavysaurus. Ja... schreibt sich ein wenig anders, ist aber im Prinzip genau das gleiche Konzept. Die gleichen Kostüme, der gleiche Sound... doch jetzt auf Deutsch. Ohne Witz... sechs Jahre später, nachdem ich die finnische Variante entdeckt habe, kommt es nach Deutschland. Das ist einfach genial! Klingt es aber auch so genial, oder wird die Vorfreude getrübt. Es ist ja nicht leicht ein solches Konzept einfach mal so zu übernehmen. Finnische Kinder wachsen anders mit der Musik auf, als die Masse der deutschsprachigen Kinder. Die Sprache ist auch der Hauptfaktor in diesem Konzept.

Was haben sich jetzt also die Macher gedacht und wie haben sie es umgesetzt? Zuerst gibt es ein elend langes Hörspiel, wo sich die Band im Studio zur Aufnahme des Albums trifft. Das gibt es auf der von mir damals erworbenen CD nicht. Okay... mein Review ist jetzt aus der Sicht eines Erwachsenen... man muss sich also jetzt in ein Kind hineinversetzen, wie das damit umgeht, solch ein Hörspiel und später die Lieder zu hören. Es ist somit Schalter umlegen angesagt. Das Hörspiel ist witzig gemacht, erklärt woher die Band stammt, wie sie sich gefunden haben und was sie so für Instrumente spielen. Damit ist der Einstieg geschafft. Der erste Song "Yeah Heavysaurus" ist dann der musikalische Opener.

Musikalisch gibt es hier keinen großen Unterschied zum Original. Doch dann kommt das große, und leider sehr sehr große ABER... Die Gesangsstimme. Och nöööö... Im Original ist sie etwas verzerrt und halt typisch nach Heavy Metal klingend. Der deutsche Gesang ist jetzt eher an was Anderes erinnern. Mit Heavy hat das wenig zu tun. Da wurden ganz brav Samthandschuhe benutzt und der Gesang erinnert mich mehr an einen Sänger für Zeichentrickserien. Da hätte man wirklich eine andere Wahl treffen können, denn wenn schon Heavy, dann bitte richtig. Das ist wirklich der größte Manko an diesem Album. Und ja... es ist an Kinder gerichtet, doch im finnischen haut der Sänger doch auch ordentliche Screams raus und klingt nicht wie ein Song aus Pokemon.

Das es sehr sanft ist, das merkt man im zweiten Song "Dino Metalheads". Die Musik schön knackig, auch etwas sehr mit Keyboards untermalt, doch dann im Refrain... das ist mehr Poprock, als Heavy. Kinder können hier ordentlich mitsingen, was pädagogisch sicher wertvoll ist, das könnten sie aber auch, wenn es mehr kracht. Okay... Das Gitarrensolo ist für den Luftgitarrennachwuchs mega gut, und da kann sich so manch gestandener Metalhead gut was abschauen. Man hat sich bei dem Album zum großen Teil an das Original gehalten und die Texte übersetzt. So ist u.a. "Kaugummi ist Mega" ganz witzig gemacht. Es ist schön gemacht worden, wie hier im Background die Kinderchöre zu vernehmen sind. Das erreicht die Kleinen natürlich direkt.

Thematisch geht es dann auf "Schatzsuche" und weiter zum Song, den ich absolut verteufel. Wer sich das ausgedacht hat, der gehört an den Pranger gestellt. Da hat man eine Band - die heißt Heavysaurus. Und dann komponiert man ein Lied um, was auf Malle rauf und runter läuft?! Was soll denn der Mist? Ja... im Original ist das Kind für Kinder gedacht, aber kein normaler Mensch assoziert das direkt damit? "So ein schöner Tag (Fliegerlied)" ist der Originaltitel, wie ihn viele Kinder aus dem Kindergarten kennen. Aber muss man den auf eine "Heavy"-Platte packen? Ja... erst umgetextet und man hat probiert ihn rockig zu gestalten... für mich aber ein Reinfall. Auf den Song komme ich überhaupt nicht klar. So leid mir es tut. Das liegt dann wahrscheinlich am Alter :D

Schöner gefällt mir dann "Rarrr". Ordentliches Intro, schöner Ryhtmus und eine gewisse Tiefe. Das ist ein Song... wie er häufiger auf dem Album hätte sein dürfen. Die Riffs sind schön... der Gesang annehmbar... hier passt es. Das hat schon ein klein wenig was von Sabaton :D  Ebenso ein guter Song ist der "Heavy Twister". Wie der Song verrät, geht es hier etwas schneller ab und die Kinder können sich so richtig verausgaben. Ebenso ein toller Track, der manch Eltern dann ordentlich fordern wird. "Rupuliina" ist dann ähnlich wie eine schöner 80er Jahre Hard-Rock Ballade aufgebaut. Melodisch, gefühlvoll und ein schönes kleines Schmankel. "Dinos Spielen"... aufgebaut auf "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" ist eine nette Idee. Hier hätte Rolf Zukowski seine Hände mit im Spiel haben können.

Zum Ende gibt es dann noch einen schönen Rhytmus zum Headbangen. "Raumschiff Juranoid" lässt es dann noch einmal krachen und im Nacken knacken. Doch auch hier noch immer das Problem mit dem sehr soften Gesang. So ist das echt cool, das die Kinder jetzt mit etwas mehr rockiger Musik aufwachsen können, doch an das finnische Original kommen die deutschen Heavysaurus nicht ran. Das Album ist gut produziert, schön abgemischt und macht Spaß, das ist keine Frage. Für Livekonzerte sicher auch sehr unterhaltsam, weil Kinder einfach mitsingen können. Unter Heavy verstehe ich in dem Fall dann aber doch noch etwas mehr... was den Gesang angeht. Wäre der variabler, mehr nach Heavy klingend, so wie halt das Original, dann boah... wäre das ne Granate..

So erinnert mich die deutsche Variante dann doch eher an einen Misch aus Rolf Zukowski meets Pokemon feat. Dragonballmelodie. Niedlich ja... heavy... naja.. schade... da war die Vorfreude doch etwas größer, als das Gesamtergebnis dann halten kann. Und ja... ich orientiere mich da sehr am Original, denn ich kenn es nunmal schon. Wäre das nicht der Fall, könnte ich die Platte sicher auch anders bewerten. Und wer jetzt sagt, ich denke da zu erwachsen... ihr wisst gar nicht wie kindisch ich manchmal mich verhalten kann :D So... bäääh :P :P

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