Review

HEAVATAR - Opus II - The Annihilation22.01.2018

HEAVATAR - Opus II - The Annihilation

HEAVATAR - Opus II - The Annihilation

verfasst von Kalle


Einfach nur zurücklehnen und genießen... denn endlich gibt es Nachschub aus dem Hause Heavatar. Boah was hab ich mich gefreut, als ich die Mail gesehen habe und wusste... jap... Stefan hat die Pause von Van Canto sinnvoll genutzt und endlich an einem Nachfolger von "Opus I - All My Kingdoms" gearbeitet. Und das zwischen dem Erstlingswerk und dem neuen Schmankel locker mal fünf Jahre liegen, das sei ihm verziehen, denn hier kommt ein großartiges Stück Musik auf euch zu.

Das Stefan singen kann, das ist keine Neuheit. Das er gut Gitarre imitieren kann, weiß man seit Van Canto. Nun aber hat er wieder zum richtigen Instrument gegriffen und spielt die zweite Gitarre, hinter Lead-Gitarrist Sebastian Scharf. Gemeinsam mit Schlagzeuger Jörg Michael und Bassisten Daniel Wicke gibt es feinsten Metal, der von der Klassik inspiriert wurde. Wer jetzt Metal mit Orchester erwartet, wie es z.B. Rage oder andere Bands gemacht haben, der liegt hier komplett daneben. Einflüsse der Klassik sind definitiv vertreten, doch verschmelzen sie in den Riffs und Melodien der Tracks. Da kommt mal ein Beethoven neben einem Mendelssohn oder Puccini und Vivaldi vor. Das ist genau so gewollt und gewünscht. Heavatar haben es sich nämlich die Frage gestelt: "Wie würde es klingen, wenn Beethoven, Mozart, Chopin und ihre Freunde in einer Metal-Band spielen würden?" In insgesamt zwölf Tracks wird diese Frage geklärt.

Schon im Opener "None Shall Sleep" kommen die ersten Töne zur Geltung, die man definitiv kennt. Ein Hauch von Nessun Dorma schwebt im Song, welcher eher aus Maschienengewehrriffs besteht. Man könnte meinen, hier feuert jemand wild im Takt. Das hat aber mehr als nur Hand und Fuß. Das Tempo auf der Platte ist hoch, das merkt ihr bereits im zweiten Track "Into Doom". Hier kann Stefan als Sänger richtig punkten und seine Qualitäten einsezten, denn der Track beginnt mit düsteren Strophenparts, powert sich dann aber in ein Hochgeschwindigkeitszug hoch. Interessant finde ich die kleinen Chor-Einsätze. Man kann sich diesen Song direkt als Version von Van Canto vorstellen. Dieser Vergleich sei erlaubt. Und jetzt was für alle Mädels: Es gibt Einhörner auf dem Album. Allerdings ist der Songname nicht ganz so fröhlich: "Hijacked By Unicorns". Wer lässt sich von Einhörnern entführen? Das ist schon dezent witzig. Mir gefällt das Gitarrensolo in dem Track sehr, denn es ist dem Midtempo angepasst und übertreibt es nicht.

"The Annihilation" bringt dann die Klassik wieder ganz weit nach Vorne. Diese Melodie kennt praktisch jeder, denn sie stammt von Mozart´s "Requiem". Wobei mir da immernoch die Version vom Trans-Siberian-Orchestra ins Ohr kommt. Der Titeltrack zur Platte überrascht durch viel Variationen im Gesang. Diese tiefen Growls, die plötzlich aus dem Nichts kommen, haben mich das erste Mal doch etwas geschockt, aber umso öfter ich den Track gehört habe, umso geiler finde ich diesen Part, denn er mündet dann in ein fantastisches Gitarrensolo, wo mir vor Freude die Gänsehaut die Arme hochzog. "A Broken Taboo" hat dann ein komplettes Orchester im Sound und ist mit der ruhigste Track auf der Platte. Zudem gesellt sich eine Gaststimme dazu. Inga, Sängerin von Van Canto, leiht für ein paar Songparts ihre Stimme aus. Zum Ende pusht sich der Song noch einmal richtig hoch und ich hätte mir hier einen richtig satten Scream von Stefan gewünscht. Den er dort bringt, der verliert sich aus meiner Sicht leider etwas. Das Ende mit der Flöte finde ich cool, denn es leitet schön über zu "An Awakeing". Diese irisch angehauchte Melodie tut es mir jedes Mal an. Dann kommt das Orchester hinzu und es entsteht eine geile epische Stimmung. Dezent aber sehr effektiv. Ich hab direkt die Augen zugemacht und einfach nur genossen. Auch in diesem Song ist Inga wieder mit vertreten. Dieses Mal zeigt sie ihr Können mit der sehr hohen Opernstimme. Das isteine tolle Symbiose der Stimmen und das auf einem tollen Melodiebett. Lasst euch fallen und genießt. Und wer hier Einflüsse von Nightwish findet, der könnte durchaus recht haben.

Von jetzt an ist das Orchester aus dem Sound nicht mehr weg zudenken. "A Battle Against All Hope" nutzt den Übergang und legt mit fullminanten Klängen und hohem Tempo richtig los. Jetzt kommt dann doch diese Mischung von Metal und Orchester zusammen. Das fetzt schon ordentlich und man könnte faste darauf kommen, das es sich um einen kleinen Konzeptpart handelt. Denn die Übergange bleiben fließend. Doch dann... oooooohjaaaa... dann musste ich schon beim ersten Lesen des Songnamens denken... Geilo... als der Song dann startete... es gab für mich kein Halten mehr... Boxen aufdrehen und headbangen. "Metal Daze" von Manowar in der Version Heavatar. Was ist das geil! Stefan... du hast mir einen großen Wunsch erfüllt. Dich einmal Manowar singen hören, nicht mit Van Canto, und deine Screams dazu... klar.. es ist kein Manowar und keine Stimme wie Eric Adams, doch er bringt das so geil rüber und verhaut die Version nicht. Er bringt dem Song einen neuen Schwung und joa.. ich finds geil. Was mich besonders überrascht hat, war dieses etwas andere Gitarrensolo - was speziell den Klang angeht. Einfach geil geworden und für mich persönlich der Song der Platte. Einfach weil es von Manowar ist :D

Zum Finale gibt es dann von "A Look Inside" noch eine Orchesterversion, die dennoch begleitet wird von Schlagzeug und Co. Hier hätte es mir gefallen, würde der Sound die Drums nicht so hervorheben. Kann natürlich an meinen Boxen liegen, aber ich finde es sehr dominant von den Drums. Dennoch... mit vierzehn Minuten ist der Song klar lang, aber keinesfalls langweilig. Denn die Version ist sehr abwechslungsreich und einfach zum genießen. Zudem ist es eben die besagte Ehrung und die Beantwortung auf die vorhin gestellte Frage. "Wie würde das klingen?" Hört es euch in jedem Fall an und ich kann euch versprechen, ihr werdet danach genauso vergnügt sein wie ich. So... ich muss nochmal Metal Daze aufdrehen...


01. None shall sleep
02. Into Doom
03. Purpose of a virgin Mind
04. Hijacked by Unicorns
05. The Annihilation
06. Wake up now!
07. A Broken Taboo
08. An Awakening
09. A Battle against all Hope
10. A Look insde
11. Metal Daze (Manowar Cover)
12. The Look Inside (Orchestral version)

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