Review

HAUNTED - Dayburner10.06.2018

HAUNTED - Dayburner

HAUNTED - Dayburner

verfasst von Sebastian

Haunted bringen nun Mitte 2018 ihr neuestes und drittes Album heraus. Manche mögen sich denken, dass man die zig Jahre davor wohl etwas verpasst hätte. Aber nein, mit dem Album Dayburner von Haunted geht es um die italienische Doomwalze die ihre düsteren Machwerke auf Kassette, Vinyl und CD gebannt haben. Und die Band, von der sie den Namen - naja - fast schon gestohlen haben, ist The Haunted aus Schweden. Zwar ein anderes Musikgenre, aber einen Namen den es bereits seit mehr als 20 Jahren gibt zu übernehmen ist schon etwas dreist. Aber darum soll es ja nicht gehen.

Wie schon gesagt geht es hier um Doommetal mit leichten Einflüssen der Gothicszene. Diesen Stil praktiziert Haunted seit grob drei Jahren in der fünf köpfigen Besetzung. Ein Hingucker, oder eher Hinhörer, wird dabei wohl die Frontfrau Cristina Chimirri darstellen. Mit ihrer ganz eigenen Art zu singen wird man dabei klar kommen müssen, oder eben nicht. Jedenfalls kann man stimmlich an ihr nichts aussetzen. Schon die Kirchenorgel des Openers Mourning Sun, die auf eine Art schön klar zu hören aber auf die andere Art so wunderbar morbide verzerrt klingt, lässt ein leicht mulmiges Gefühl aufsteigen von dem was da kommen mag. Und Mourning Sun drückt ungefähr die Stimmung aus die das Album bzw. Track eins verbreitet. Am ehesten könnte man sich die Musik gut auf einem nebligen Friedhof vorstellen, während man meint Schemen in der Umgebung zu erkennen. Dazu trägt vor allem der schon angesprochene Gesang bein. Die Wörter kommen so schön klagend gesungen aus Cristinas Mund, dass man dabei nicht gerade an etwas positives denken kann. Nach dem sich musikalisch sehr zäh dahin walzenden Stück, nimmt das Tempo der Drums und einzelner Riffs bei Waterdawn minimal zu.

Aber Doomanhänger brauchen keine Angst zu bekommen, es bleibt düster und zäh. Weiter positiv fällt diesmal auch eine längere Instrumentalpassage auf die für ein wenig Abwechslung sorgt und durch kleine Soundspielereien toll gemacht ist. Dayburner hingegen überraschte mich durch die plötzlich anwesende Akustikgitarre total. Zwar dient sie nur als kleines Intro, verfehlt ihren Zweck aber nicht. Leider nimmt das Album ab der Hälfte für mich an Qualität leider etwas ab. Mit zwei wirklich guten Songs wie Vespertine und Orphic macht es zwar Spaß, jedoch sind die übrigen Tracks nur Instrumentale die, wie No Connection With Dust, nichts hörenswertes zu bieten haben, oder wie Communion durch die Länge nur als Lückenfüller zu bezeichnen sind. Aber gut, bei der Länge der vorherigen Stücke mit bis zu 13 Minuten wurde auch schon ordentlich viel Düsternis verbreitet. Für Interessierte empfehle ich mal ein Ohr zu riskieren, denn die Produktion hat es trotz, für mich kleinerer Schwächen, in sich.


Tracklist:

01. Mourning Sun
02. Waterdawn
03. Dayburner
04. Communion
05. Orphic
06. Vespertine
07. No Connection With Dust
08. Lunar Grave

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