Review

HARDCORE SUPERSTAR - Kill My Rock N Roll23.09.2018

HARDCORE SUPERSTAR - Kill My Rock N Roll

HARDCORE SUPERSTAR - Kill My Rock N Roll

verfasst von: Tim

Bei dem Durchhören des neuesten Streiches der Göteborger Hardrock-Band "Hardcore Superstar" könnte man, wenn man zum ersten Mal auf diese Formation gestoßen ist, meinen, dass uns hier einige junge Teenies mit ihrem Rebellentum, ihrer Wut und ihrer "Scheiß egal-, alles Scheiße-Pubertätsattitüde" ihre eigenen Ansichten von der Ohrmuschel bis in das Gehirn pressen wollen. Doch es sind scheinbar im mittleren Alter angesiedelte Herren, die auf ewig jung geblieben sind und uns Hörern ihre junge, rebellische, rotzige sowie auch leicht-direkte Wildheit mit ins-Ohr-gehenden Melodien spüren lassen. Warum das so ist, verdeutlicht das nachfolgend zusammengestellte Protokoll:

ADHD:
es startet introgerecht gemächlich mit einigen weisen, gesprochenen Worten und geht über in aktionsreichem Drum-Geknüppel. Lebendiger, belebender und abwechslungsreicher Gesang in jugendlichem Touch und oftmals wiederholender Chorus. Geht ins Ohr und ist ein prima Einstieg. Der Titel des Stückes ist hier Programm!

Electric Rider:
simple, ins Ohr gehende Instrumente mit jungendlich-rebellischem Gesang mit ins Ohr gehendem Gesang im Chorus sorgen für Motivation und gute Laune.

My Sanctuary:
dieses Stück sprießt vor Earcatcher-Momenten in sämtlichen Teilen: emotional-angehauchter Gesang zu Beginn, rebellische E-Gittarenattitüden, typische, jugendlich-klingende Rock-Gesangsparts, Wohlfühl-Gesangseinlagen und ein motivierter Drummer, der gut klingende Eingängigkeit mit einigen kleinen, schönen Momenten darbietet.

Hit Me Where It Hurts:
langsam wird die Hit-Dichte unheimlich. Es ist ja nicht nur der Chorus, der aufgrund eines motivierenden, belebenden Vibes geil macht, sondern die musikalisch-liebevoll-platzierten Earcatcher-Momente in allen Parts, die dieses Stück so positiv dynamisch und lebendig machen.

YCKMRNR:
rebellisch-jugendlicher Rock N Roll ade. Jetzt kommt mal etwas Stadion-Rock Atmosphäre auf: straightes, unkompliziertes, ins Ohr gehende E-Gittarenspiel mit spritzigem, frechem Gesang bis hin zum Chorus, wo das Dynamit explodiert: im (nicht kirchlichem) Chor wird mit Pathos in leicht weinerlichem Stil die Treue und Liebe zum Rock N Roll vorgetragen. Mit Sicherheit ein Hit auf Konzerten!

The Others:
Axt und Drums liefern sich ein gut aufeinander abgestimmtes (nicht-feindliches) Duell untereinander und geben den Rock N Roll-Passionierten ein Schmaus für deren Ohren - der E-Gittarensolo-Part mit den kurzen Glockenschlägen in Intervallen zum Ende des Stückes sei dabei nicht zu verachten. Auch hier überzeugt der Sänger mit variablem Gesang und mit Ohrwurm-Momenten.

Have Mercy On Me:
hier geht es musikalisch wie in einem amerikanischen Teeniefilm vor, bei dem eine Fete in einer Villa mit Orgien stattfindet: nachvornedrückendes Instrumentalspiel mitsamt Gesang in den Versteilen, die in der Bridge eine Steigerung erfahren und dann ihren Höhepunkt im Chorus haben. Das alles in dem wie so oft erwähnten, jugendlichen Rock N Roll-Stil.

Never Cared For Snobbery:
die Party-Stimmung wird aufrecht gehalten. Mit dem Unterschied, dass die Instrumente mitsamt der Stimme in den Versteilen ernster gehalten sind. Und das gesungene "Never Cared For Snobbery" zu Beginn des Versteils geht ins Ohr und ist mitunter dafür verantwortlich, dass diesem Stück eine positive Dynamik verliehen wird. Der mit Pathos vorgetragene Refrain macht was her.

Baboon:
Baboon wendet sich wieder mehr den jugendlichen Rock N Roll-Attitüden zu: frecher Gesang, lebendige E-Gittare, abwechselnd-knallende Drums und gut gesetzte Breaks, in denen nur ein Teil der Instrumente auf markante Weise gespielt wird. Das gesanglich vorgetragene "Boom Boom" im Refrain mitsamt der abwechslungsreich-frech-spielenden Instrumenten lassen bei diesem Stück nur einen Gedanken zu: Sex pur - frech und schamlos.

Bring The House Down:
es ist vor allem das diesmal im Vordergrund agierende Drumspiel mit dem Wechsel vom Gesang des Frontmans zum Gesang mehrer Bandmitglieder hin und zurück. Das geht ins Ohr. Markante E-Gittarenparts, markantes Drumming sowie ein paar Kirchenglöckchen drücken diesem Stück den Stempel auf. Schönes Partystück.

Medicine Man:
knallende Drums, ein markantes E-Gittarenriff sowie straighter, rotziger Gesang mit einem "Uuuuh-hu-huuu" im Refrain kennzeichnen dieses Stück. Und auch hier liegt uns ein Ohrwurm vor.

Goodbye:
bezeichnend für das Finale dieser Platte liegt dem Hörer mit "Goodbye" nochmal ein äußerst leicht-sentimentaler Schmachtfetzen vor. Der Chorus bietet mehrmals das gesungene "Goodybe to all of you" in einem musikalisch eher traurigen Stil. Einzig in den Versen geht es durch den rotzig-rebellischen Gesang noch etwas nüchterner zu. Nach mehrmaligem Hören bemerkt man im positiven Sinne Feinheiten wie den kirchlich anmutenden Chorgesang zu Stückbeginn oder einem im Hintergrund vom Chorus nochmal nachgesungenem "Goodbye" im sentimentalem Stil. Versöhnlicher Abschluss dieser Platte.

Ein Album, welches mit meistens kurz gehaltenen Ohrwurm-Hits zwischen 03:00 und 03:45 Minuten auf Hardrock-Basis nur so trieft. Das ist der neueste Streich der Göteborger Formation. Unabhängig davon, welche Art von Metaller, Rocker oder Gothic-Typ man ist: die Musik dieser Platte spricht jeden auf positive Weise an. Auch die Nicht-Rocker.



Trackliste:

01. ADHD
02. Electric Rider
03. My Santuary
04. Hit Me Where It Hurts
05. YCKMRNR
06. The Others
07. Have No Mercy On Me
08. Never Cared For Snobbery
09. Baboon
10. Bring The House Down
11. Medicine Man
12. Goodbye



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