Review

HANGAR-X - Hangar-X09.02.2016

HANGAR-X - Hangar-X

HANGAR-X - Hangar-X

verfasst von Kalle

Wenn man Deutschrock liest als Genre, ist über die Jahre leider immer sehr aggressiver Sound damit verbunden und man bekommt Assoziationen zu Frei.Wild, Onkelz usw. Ist auch nicht schlecht was die Bands machen, nur muss man eben als Deutschrockband es schaffen, sich davon auch etwas abzuheben. D.h. man darf nicht zu gleich klingen, um nicht eventuell zu sehr vergliechen zu werden. Hangar X machen das schon ganz gut, denn ihr Rock ist softer und poppiger, als man es gewohnt ist. Auch auf ihrer nun dritten Platte ist es ähnlich. Man hat jetzt ein neues Label, neues Management und damit soll der große Durchbruch kommen.

Kann das Album da helfen? Ansich ja... weil es sicherlich eine breite Masse ansprechen wird, doch irgendwie wirkt mir die Platte sehr kindlich. Dabei sehen die vier Jungs aus Österreich recht kräftig aus und man traut ihnen wildere Songs zu. Sänger Max Enöckl kann gut singen und hat einen sehr sanften Ton. Daher kommt wohl auch das kindliche. Passend zur oftmals sanften Melodie, ergibt das einen sehr wohlfühlenden Klang. Bei härteren Songs (Reich Und Schön) dürfte seine Stimme aber doch gerne etwas rauher wirken. Es gibt Songs, die gehen gut ab, sind textlich sehr interessant (Moment) und können überzeugen. Die Platte dürfte sicherlich spalten, wenn man auf Deutschrock steht.

Hangar X schaffen es... einen eigenen Stil zu schaffen und sich nicht in eine der Ecken drücken zu lassen... nicht zu kräftig, nicht zu poppig. Genau aber diese Unentschlossenheit macht den Schwachpunkt aus. Mal machen sie auf hart, mal auf soft und mal wissen sie nicht was sie wollen. Textlich sind Texte wie in "Kämpfe An" oder "Wenn Du Lachst" sehr schön gewählt. Damit sprechen sie eine große Zielgruppe an und sind sicherlich auch Radiotauglich. Ob das für die ganz großen Bühnen reicht und das große Publikum erreichen wird, ist fraglich, weil hier eben verschiedene Einflüsse aufeinander treffen. Mein Anspieltipp für euch wäre in jedem Fall der Song "Schließ Die Augen". Könnte ne coole Nummer auch von den Haudegen sein.

Also... wer auf softeren Deutschrock von vier Österreichen abfährt und offen für viele Einflüsse ist, der wird hier nicht viel Falsch machen können. Aber hier ist dennoch viel Luft nach Oben gelassen worden, wobei es schon eine Steigerung zu vernehmen gibt, im Vergleich zum Vorgänger.


Tracklist:

1. Principio
2. Ertrinken
3. Tommy Gun
4. Wenn Du Lachst
5. Reich Und schön
6. Keine Zeit
7. Ich Denke Zurück
8. Moment
9. Kämpfe An
10. Meine Stadt
11. Schließ Die Augen
12. Jahre Die Uns Trennen

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