Review

GROOVE THERAPIST - Mr Funker The Myth28.01.2016

GROOVE THERAPIST - Mr Funker The Myth

GROOVE THERAPIST - Mr Funker The Myth

Verfasst von Robert K.

Man kann auch mit einem fetzigen Namen auf sich aufmerksam machen.So schaffen es die Griechen von Groove Therapist jedenfalls auf unser Radar und werden natürlich prompt gehört. Taugt das denn was? Die Athener spielen bereits seit 2010 gemeinsam, haben sich aber erst jetzt für ein Album entschieden und dieses als Konzept gestaltet. Als grobe Richtung kann man es Progressive Rock nennen, der vor Funk und Metal nicht zurückschreckt.

Da es sich um ein Konzeptalbum handelt, haben sich die Künstler dazu entschieden, die Geschichte in Zwischensequenzen voran zu treiben und mit Liedern tiefer hinein zu tauchen, was alles plastischer wirken lässt und den Zuhörer mitnimmt. Ein wenig erinnert die Struktur an "Tauche die Welt in Farben" von Wassermanns Fiebertraum, wobei die Geschichte entfernt Züge von "Oliver Twist" von Charles Dickens aufweist. Die Handlung wird hier natürlich nicht gespoilert. Die sollte jeder für sich erleben. Es ist keine besonders kryptische oder zu offene Erzählung, da sie nur als Grundgerüst für die Musik fungiert.

Gutes Stichwort! Groove Therapist machen ihrem Namen alle Ehre, denn man versucht viele Stile über die Länge des Albums zu verwirklichen. Die Stücke reichen von düster angehauchtem Rock in "Little Annie" über Funk in "Mr Funker" bis hin zur Verspieltheit im Mix in "The Myth", denn dieses Lied ist wirklich schwer zu definieren ? also selbst bewerten. Viele Gedanken sind in das Album geflossen, denn alle fünf Mitglieder der Band waren am Schreibprozess beteiligt. Man kann die Arbeit nachvollziehen und glücklicherweise ist auch die Produktion sehr gut geworden. Viele Nuancen lassen sich heraus hören und bereichern den Gesamteindruck.

Das Problem bei Konzeptalben dieser Erzählstruktur ist es, den Hörer bei der Stange zu halten, was hier auch gut gelingt, jedoch bleibt das Album selbst hinter sich. Man kann sich kein wirkliches Highlight suchen, da man das Werk als Ganzes betrachten muss, damit Kohärenz herrscht. Gerade wenn man etwas aus dem Text gewinnen möchte, wird man nicht einfach mal kurz herein hören können, weil man so viel zu viel verpasst.

Wer auf progressive Konzepte mit leicht makaberer Handlung abfährt, wird hier sicherlich seinen Spaß haben. Das ganze Album lässt sich in einem Rutsch locker mehrfach hören und lässt Raum für Interpretation. Was besonders an Mr Funker The Myth gefällt, ist die Abwechslung, die durchgängig vorherrscht. Kein Titel gleicht dem anderen, was eine originelle Note bietet. Kaufempfehlung? Jo!  

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