Review

GODTHRYMM - A Grand Reclamation05.03.2018

GODTHRYMM - A Grand Reclamation

GODTHRYMM - A Grand Reclamation

verfasst von Louisa

Eine EP als Debüt ist generell eine solide Wahl, aber vor allem, wenn sich alle Songs bei einer Länge von ungefähr acht Minuten einpendeln. Die Epic Doom Metaller Godthrymm aus dem Norden Englands haben sich deswegen genau dafür entschieden und bieten auf A Grand Reclamation einen ersten Überblick über ihr Können.  Die Platte beginnt mit dem titelgebenden Track, der direkt überrascht. A Grand Reclamation ist teilweise gesprochen und teilweise berührender Klargesang. Die Instrumente werden sehr subtil und unaufdringlich  eingesetzt und lassen der Stimme von Sänger Hamish Glencross (Ex-My Dying Bride) genügend Freiraum, um den Hörer zu fesseln. Seine Stimme ist so schön und raumgreifend, dass es kaum auffällt, wenn er passagenweise nur vom leisen Rhythmus des Schlagzeugs begleitet wird. Von der erwarteten melancholischen Doom-Monotonie fehlt jede Spur.

Sacred Soil wiederum schallt deutlich härter und proggiger aus den Boxen. Hier klingen Godthrymm wesentlich energetischer und voller, vor allem auch durch die zweistimmigen Passagen. The Pantheon löst mit einem noch dunkleren Sound ab, der nun tatsächlich auch eher nach Doom als nach Prog klingt. Trotz längerer Instrumentalphasen wird der Song durch den fast schon bluesigen Sound aber auf keinen Fall langweilig - dafür sorgt auch Glencross, dessen Gesang nun deutlich aggressiver klingt. Die Engländer beenden ihre Debüt-EP mit dem reinen Instrumentalstück Forevermore, das sehr ruhig und verträumt klingt, aber trotzdem berührt. Sie präsentieren ein gelungenes Erstlingswerk, das bereits sehr eingegroovt wirkt. Durch die großen klanglichen Unterschiede bleibt dem Hörer kein Raum für Erwartungen, Godthrymm können jedem Sound ihren Stempel aufdrücken und machen das auch. Einen so abwechslungsreichen Sound schon auf der ersten Platte zu präsentieren ist außergewöhnlich. A Grand Reclamation ist ein sehr gelungenes Werk, das genau ins Schwarze trifft und zeigt, dass die Epic Doom Metaller sich auch von sperrigen Genrebegriffen nicht einengen lassen. Man darf auf den Werdegang und die kommenden Stücke von Godthrymm gespannt sein, dass sie etwas auf dem Kasten haben, haben sie bereits eindrucksvoll bewiesen.

Tracklist:
01. A Grand Reclamation
02. Sacred Soil
03. The Pantheon
04. Forevermore

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