Review

FREITOT - Freitot30.04.2018

FREITOT - Freitot

FREITOT - Freitot

verfasst von Henry E.-S.

Wenn man seine Band mit einem deutschen Begriff benamst, dann muss man auch darauf gefasst sein, dass man auf Rechtschreibfehler in diesem Namen hingewiesen wird. Und Freitod schreibt man mit "D" am Ende. Freitot  stammen aus Frankreich (was aber noch lange kein Grund ist, absichtlich Dinge falsch zu schreiben. Googlen dauert nicht so lange). Aus Frankreich gibt es schon seit einigen Jahren eine recht große Extrem Metal-Szene, die zu einem großen Prozentsatz aus Black Metal und dessen Singel-Auskopplungen besteht.

Freitot gehört nun zum kleineren Teil dieser Szene, der sich da Death Metal nennt. Ich glaub, ich hab Letztens schon mal über dieses Play-Safe-Ding im Melodic Death Metal geschimpft. Nun ist aber Freitot´s Debüt mit dem Namen Freitot kein Melodic Death Metal und auch kein Technical Death Metal. Es ist eine Platte die sich im Oldscool Death Metal bewegt. Bevor jetzt die Ersten aufspringen: Ruhig bleiben. Ich hab auch erst mal an so etwas wie Death oder Obituary und zumindest bei ersterem kurz interessiert auf-gemerkt. Nur um direkt einen genervten Blick bei dem Gedanken aufzusetzen, dass ich mich bei Oldscool Death Metal nach ca. 5 Minuten einfach langweilig. Das Genre hat leider schon einiges an Scheiße in die Welt geworfen, was sich leider nicht gerade positiv auf die Reputation von den wirklich guten Bands die es gibt, ausgewirkt hat.

Wie eben auch auf die Band, an die mich Freitot überdeutlich stark erinnert: Cannibal Corpse. Kopiert das Debüt-Album von Freitot nun schamlos Cannibal Corpse? Oder knallen sie uns den gleichen, uninteressanten Müll vor die Füße, wie der Output von Mario Barth an einem Durchschnittlichen Werktag? Also erst einmal muss ich hier was los werden: Wenn Ihr wie ich kein so großer Freund von der Art Death Metal seid, die Cannibal Corpse produzieren, dann könnt ihr hier zwar direkt mit Lesen auf hören, euch entgeht aber etwas zumindest Semi-Interessantes. Freitot hat nämlich einen kleinen Kniff. Von außen (und auch von innen) ist es genau das, was drauf steht: Oldscool Death Metal. Gut gemachter Oldscool Death Metal mit guter Produktion, aber absolut keine Überraschung. Beim mehrfachen Hören bleibt einfach nichts hängen. Was nun aber die Platte vor der Austauschbarkeit rettet ist die Zielgruppe, die sie (höchst wahrscheinlich unbeabsichtigt) anspricht: Ältere Metalheads. Wirklich, ich knabber langsam an der 30 und fand diese Platte irgendwie ganz gut.

Sie ist etwas langsamer, verständlicher und vor allem unaufgeregter als die Meisten Vertreter dieses Genres. Man kann sie einfach gut weg hören, ohne dass man sich groß anstrengen muss. Wer so etwas mag oder einfach mal raus finden möchte, wovon ich hier eigentlich rede, sollte mal rein hören. (hö hö, Sen-Death Metal) Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:
01. The human drawer
02. Mission
03. ...and your enemies closer
04. Father
05. Love is all around
06. Lost in meaning
07. The last room on the left
08. Yoko

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