Review

FLUMMOX - Intellectual Hooliganism28.08.2018

FLUMMOX - Intellectual Hooliganism

FLUMMOX - Intellectual Hooliganism

verfasst von Henry E.-S.

Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich grad was genommen hab. Vielleicht hätte ich mein Bier gestern in der Kneipe nicht unbeaufsichtigt stehen lassen sollen. Vielleicht sind aber auch ein Großteil der Metalbands einfach zu gewöhnlich. Egal was es ist und egal was ich genommen habe, ähmm also ja. Man allein dieses Plattencover bringt mich komplett aus dem Konzept. Bevor jetzt hier die ersten Woodstock-Ära-Vergleiche kommen: Dafür sind die Drogen die Flummox scheinbar nimmt einfach viel zu stark.

Ohne der Band zu Nahe treten zu wollen, aber der Drogenvergleich passt hier eigentlich ganz gut. Nicht nur wegen dem Cover. Im Kern ist "Intellectual Hooliganism" quasi ein Vergnügungspark. Ein Vergnügungspark der etwas creepy und psycho ist. Und auf LSD. Anders kann man das nicht sagen. Oder doch, kann man. Denn diese Platte hat mich am Anfang so verwirrt, dass ich jetzt noch mal anfangen muss: Flummox sind auf dem gleichen Vergnügungspark wie Diablo Swing Orchestra geboren worden, nur eben nicht im Varieté. Nein, Flummox sind in dem Zelt des Vergnügungspark geboren worden, welches man immer mal gerne besuchen möchte, man sich aber auf jeden Fall die ganze Zeit irgendwie unwohl fühlen wird: Die Freakshow. Man muss einfach hingucken, obwohl es irgendwie echt creepy ist. Und nicht nur das Cover ist creepy. In seiner Grundstruktur hatte ja schon Diablo Swing Orchestra so einen gewissen Zirkus-Vibe in der Musik mit transportiert. Flummox gehen da noch ein paar Schritte weiter und nehmen die Zirkusmusik in fast jeden Song mit. Zirkusmusik ist ja auch immer so gestrickt, dass sie für den Zuschauer die Atmosphäre der Szenen verstärken soll. Genau dieses Element benutzen Flummox sehr gut.

So erhält man beim Track 10 "Alligator People" eben genau durch diese Funktion genau das, was der Song verspricht: Creepy Alligator People die durch den Raum watscheln. Man kann sagen, was man will: Flummox können creepyige Atmosphäre. Allem voran auch dadurch, was die da eigentlich für Musik machen. Und dies Kombination ist wie eine Freakshow, denn man will es sich direkt anhören: Das Fundament bilden zu gleichen Teilen Hard Rock, ein bisschen Metal und Streetpunk, kombiniert mit Jazz-Fusion, ruhigen Parts und dann und wann eine ziemlich creepige Flöte. Oh man, der Name "Intellectual Hooliganism" macht grad sowas von Sinn! Ach das macht mich alles fertig. Genauso wie der Gesang. Pure Hysterie und creepy. Selten hat mich ein Album beim Hören so verunsichert. Es ist ein bisschen wie das Zeug, was Rob Zombie so macht, nur deutlich mehr in Richtung einer in den 50ern lokalisierten Freak Show getrieben. Als Experiment ist das schon mal einen Blick wert, aber "Intellectual Hooliganism" will einfach zu viel. Tracks wie "Tom Walker Blues" sind absolut knallige Streetpunk-Bretter in hart, aber viel zu oft ermüdet die sich ständig verändernde Musik.

Ich mag diese Komplexität zwar ganz gerne, aber durch den Faktor dieser Creepiness-Zirkus-Methodik ist es einfach anstrengend. Das Album bremst sich einfach ständig selbst aus. Es macht Spaß, bis man wieder aus dem Flow raus gerissen wird. Wenn man auf so was Bock hat und die Zeit bis zum nächsten Album von Diablo Swing Orchestra überbrücken will, dann kann man gerne zugreifen. Ansonsten kann man mal zwischen drin rein hören, wenn man den ständig abbrechenden Flow verkraften kann. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Hey!
02. Summor Cold
03. Tom Walker Blues
04. Raven in a Crow´s Nest
05. A bundle os Styx
06. Dysania
07. Black Phillip
08. What are you up to
09. Rape Culture
10. Alligator People
11. Freedom Rooster
12. Oh, Possum
13. See ya around


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