Review

FINAL CHAPTER - Legions Of The Sun28.03.2016

FINAL CHAPTER - Legions Of The Sun

FINAL CHAPTER - Legions Of The Sun

verfasst von Kalle

"Lass dich bei einer Band nie vom Aussehen der Mitglieder täuschen!" - so könnte die Botschaft zu Final Chapter sein. Denn als ich das Bandfoto gesehen habe und gelesen habe, was die vier Herren für ein Sound fahren, musste ich erst einmal mit dem Kopf schütteln. Die Jungs spielen wirklich Symphonic Power Speed Metal und schauen so kurzhaarig aus? Ja... das Klischee spielte da bei mir schon eine große Rolle, weil ich mir in dem Genre einfach schlicht langhaarige schmale Jungs vorstelle, die zu jedem Solo ihre Matten schwingen. Wie gut das es Typen wie die Vier gibt, die einfach mal aus der optischen Schiene ausbrechen und ihre Musik für sich sprechen lassen. "Legions Of The Sun" ist eine platte, die mit acht Songs auf euch wartet.

Schon der Opener "Trace Of Fate" knallt euch mit über sieben Minuten entgegen und zeigt gleich einmal, wo der Fisch seine Locken hat. Das Tempo extrem hoch, die Sticks dreschen auf die Snare ein und stimmlich muss Sänger Oliver Strasser mal sowas von fit sein, damit er die Höhen auch live so hinbekommt. In "sail Away" hält man die Geschwindigkeit und baut zusätzlich noch einen Chor ein, der mir sehr gefällt, da er sich dem Tempo und Sängerstimme in einer speziellen Art anpasst. "Garden Of Fear" bietet im mittleren Teil ordentlich Abwechslung und hat hinten heraus leider ein doch zu langes Ende, weil sich die Passagen einfach zu oft wiederholen. Hätte man aus meiner Sicht doch etwas kürzer fassen können. "Legions Of The Sun" ist gut geworden, weil sich hier die Stimmen abwechseln und auch ergänzen. Mit unter vier Minuten ist er der kürzeste Track der Platte, die dann mit "Eternal Deep" weiter geht. Doch jetzt bekommt das Album aus meiner Sicht einen Bruch. In den Gitarrensolos fehlen die ganzen großen melodiösen Klänge und irgendwie ist der Zauber raus.

"The Key" versucht an den Beginn wieder anzuknüpfen und das Gitarrensolo holt echt einiges hervor, was mich als Gitarrensolofan durchaus schwärmen lässt, doch irgendwie macht die Platte jetzt einen düsteren Eindruck. Ob das so gewollt ist, kann ich leider nicht erklären. Ich vermute einfach mal, da es sich hier um eine Art Konzeptalbum handelt, wird es passend zur Story sein. Es klingt in keinem Fall schlecht, sondern das Hörgefühl ist einfach anders. Zu Beginn diese hohen Tempo- und Melodiepassagen und jetzt bedient man sich dann doch eher anderen Elementen und Geschwindigkeiten und nimmt dabei dem Album etwas die Luft. Aber wie so oft... das Beste hebt man sich dann für den Schluss auf und so nimmt mit "The Battle" das Werk noch eine weitere Wendung. Mit über elf Minuten zaubern Final Chapter hier einen Song auf die Planken, der so stimmig ist, das man hier einfach nur genießen darf. Hohe Tempopassagen, passender Chor, tolles Gitarrensolo... hier wird mit allen Elementen gespielt, die im Sortiment von Final Chapter zu finden sind. Absolut geil geworden der letzte Track.

Es zeigt sich halt mal wieder... es ist nicht immer nur der erste Blick der entscheidet und eine Platte gehört immer mehrfach durchgehört. Das empfehle ich euch auch bei Final Chapter. Die Truppe hat viele kleine Feinheiten eingebaut, die es zu entdecken gilt. Also... Platte holen und auf die Reise gehen. Es lohnt sich!


Tracklist:

01. Trace Of Fate
02. Sail Away
03. Garden of Fear
04. Legions of the Sun
05. Eternal Deep
06. The Key
07. The Journey
08. The Battle

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