Review

EVANESCENCE - Synthesis02.02.2018

EVANESCENCE - Synthesis

EVANESCENCE - Synthesis

verfasst von Melanie A.

Evanescence haben es nach lange Zeit getan: Nach fast genau 6 Jahren gab es ein neues Studioalbum. Aber so ganz neu ist es nicht. "Synthesis" haben sie es genannt. Eine Mischung aus Orchester und Synthesizern. Bekannte Songs wie "My Immortal" werden neu interpretiert. Dazu wurden zwei neue Songs gepackt, "Hi-Lo" und "Imperfection".

Den gewünschten Klang merkt man am Ende des klavierlastigen Intros, welches passend "Overture" (Eröffnung) heißt, direkt. Eine leicht bedrückende, traurige Stimmung zieht sich durchs gesamte Album. Die gut durchdachten und wohligen Klänge des Orchesters, welche von David Campbell komponiert wurden, umhüllen viele Songs sehr gut, und hätten meiner Meinung nach für dieses Album alle male gereicht. Die Synthesizer unterbrechen viele Songs und auch die Stimme von Amy Lee setzt sich nicht immer richtig durch, obwohl sie teils fast gegen die Synthesizer anschreit.

"Hi-Lo" beginnt sehr ruhig, die Strophe wird gesanglich eher geflüstert, die Musik ist ruhig und es passt sehr gut, aber in den klanglich starken und eher lauten Refrains geht der Gesang fast unter. Dies zieht sich auch so weiter durch das restliche Lied und es wirkt so eher wie ein instrumentales Stück. Das Geigensolo von Lindsey Stirling rettet einen für kurze Zeit, bevor der letzte Refrain das selbe Gefühl zurück holt.

Auch ihr größter Hit "Bring me to life" darf auf diesem Album natürlich nicht fehlen. Für mich hat es aber seinen ehemaligen Glanz hier gänzlich verloren. Die Höhen und Tiefen, die einen im Original tragen und mitreißen, findet man in der Neuinterpretation nur sporadisch. Dadurch wirkt das Lied für mich sehr lang gezogen und monoton. Synthesizer beherrschen auch hier den Sound, wo gute Geigenarbeit die Stimmung besser untermalt hätte. Am Ende findet sich ein fast 30 Sekunden Fade out mit einem zitternden Sound, der das Gesamtgefühl beendet.

Eine positive Überraschung brachte für mich der letzte Titel und neuester Song "Imperfection". Hier überstrahlt Amy Lee mit starkem Sprechgesang in den Strophen auch endlich den alles überlagernden synthetischen Klang, der offenkundig vorhanden ist, aber in den Hintergrund rückt. Er wirkt wie auf den Musikstil geschrieben und hinterlässt am Ende des Albums das Gefühl, dass man es doch noch ein weiteres Mal hören möchte.

Wer den klassischen Sound von Evanescence erwartet und mag ist mit diesem Album nicht ganz richtig beraten. Wer aber den moderneren, elektrischen Rock- und Industrialsound mag sollte sich die Scheibe unbedingt zulegen. Gesanglich nicht immer auf den Punkt ist es insgesamt doch aber ein gutes Werk was sich Freunde dieser Musik nicht entgehen lassen sollten.

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