Review

ERADICATOR - Into Oblivion01.03.2018

ERADICATOR - Into Oblivion

ERADICATOR - Into Oblivion

verfasst Tim R.

Die ganze Welt, inklusive klugscheißerischer Besserwisser vor der Bühne stehend. Und auf der Bühne steht Eradicator und pustet der ganzen Welt in einer rebellisch-jugendlichen Manier, gepaart mit aufklärerischer, aber dennoch kontrollierter, melidiöser Wildheit ihr musikalisches Werk entgegen. Das Vokalist Sebastian Stöber noch zusätzlich auf einem Bühnenpult steht und uns über das Mikrofon in zarter "Destruction-" und "Surrogat-Art" die Meinung über Gott und die Welt mitteilt, mag man sich sehr gut vorstellen. Denn zwischen den bemüht-abwechslungsreich spielenden Instrumenten screamt der junge Herr uns in verständlicher, aber dennoch in nachdrücklicher Art und Weise mit jugendlich-angepisstem Touch seine Texte ins Ohr und Gesicht. Genau dieses Feeling entsteht, wenn man sich auf die vierte, metallische Wertarbeit der Olpianer einlässt.

Markant für das gesamte Album ist der Variationsreichtum in der Drum- und Gitarrenarbeit. Da wird mal zu Beginn, mal zwischendurch oder im Nachhinein ein E-Gitarrensolo in leichter Dragonforce-Manier gezockt oder ein markanter Drum-Part eingestreut. Und das Geile dabei: es passt und wirkt nicht mal so willkürlich eingebaut. Überhaupt scheinen sich die Jungs an diversen Stilistiken aus der Metal-Szene zu bedienen und diese hin und wieder mal spontan passend einzubauen, was unter anderem auch ein schön gespieltes, nach Heaven Shall Burn klingendes Gitarrensolo im Stück "Into Oblivion" beweist. Der Rausschmeißer "Weaponized" weist sogar ein "Michael Schenker-artiges", kurzes Gitarrensolo mit sachte spielender Drumarbeit im Hintergrund auf. Ob die Band noch auf musikalischer Stilsuche ist oder es ihr Stil ist, Instrumentalparts zu verwenden, die von der Stilistik her in der Rock- und Metalszene bereits bekannt sind, wird sich in Zukunft
sicherlich noch zeigen.

Vorerst jedoch lehnen sich alle Thrash Metal-Fans entspannt zurück und genießen die solide, abwechslungsreiche, musikalische Darbietung mit Ohrwurmpotential, welches bei einigen Stücken vorliegt.

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