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EMPRESS - Reminiscence26.02.2018

EMPRESS - Reminiscence

EMPRESS - Reminiscence

verfasst von Henry E.-S.

Die zweite Hälfte des Monats Februar ist in vollem Gange. Und wie könnte man besser noch schnell das Monatsgipfelfest feiern als mit einem Quicky. In diesem Sinne, meine Freunde der Stromgitarrenmusik, herzlich willkommen zu einem kurzen Blick in das musikalische Schaffen der kanadischen Band Empress. Diese drei Herren aus Vancouver bringen uns mit Reminiscence einen Silberling für alle Freunde des Sludge. Und das Ding macht Spaß. Warum jetzt dieser vor-pubertäre dämliche Witz mit dem Quicky, werdet ihr euch jetzt fragen? Naja, man hatte mich mit Doom Metal geködert. Was ich bekommen habe, ist eine EP mit 5 Songs, von denen keiner die typische 10 Minuten-Doom-Marke knackt. Gesamtlaufzeit knapp unter einer halben Stunde. Das ist selbst für Sludge-Verhältnisse etwas kurz. Aber, wie sagte doch schon ein weiser Mann, dessen Namen ich mir jetzt mal nicht aus den Fingern sauge: "In der Kürze liegt die Würze." Und was wir hier für einen Eindruck von Empress bekommen, lässt den Mund wässerig werden - nicht nur für Sludge-Fans!

Also gehen wir die Scheibe mal schnell durch. So viel ist es ja nicht. Track 1 The Offering zeigt gleich zu Anfang, dass Empress ihr Handwerkszeug beherrschen. Hier rollt ein solides Sludge-Brett durch den Raum, an dem einfach nichts zu meckern ist. Damit haben wir den Standard-Song auch schon durch und merken direkt beim Start von Track 2 Immer, dass uns Empress mit dem ersten Song einfach nur perfekt verarscht haben. Denn hier beginnt er: Der Prog-Einfluss. Und der knallt. So dermaßen, dass man mitten drin sogar Black Metal-Riffs entdecken kann. Es macht einfach nur Spaß diesem Kombinat der fröhlich vor sich hin proggenden Doom-Jünger beim spielen zu zuhören . Nach einem kleinen Snack namens Track 3 Baptizer, welchen man eigentlich als kleine Lockerungsübung zwischen den beiden Monstren der Platte verstehen kann, flirrt schon die Bass-Line von Track 4 they speek like trees los. Könnte mir mal bitte einer erklären, wie man es schafft, so viele unterschiedliche Melodien und Riffs auf eine kleine EP zu knallen? Und die noch dazu perfekt aufeinander abzustimmen? Wer das jetzt visualisiert haben möchten, ähh audioalisiert haben möchte, soll sich mal bitte Track 4 ab Minute 4 anhören. Es ist eine dieser Sequenzen, die einen wirklich alles um sich herum vergessen lassen. Dies, meine Freunde ist Perfektion. Aber einen haben wir ja noch: Track 05 Dawn. Und Dawn ist ... anders. Wie kann ich das beschreiben? Sagen wir es mal so: Der Song passt. Und das ohne Riffs, ohne Lärm, ohne viel Schlagzeug, sondern nur mit sanfter Gitarre und ruhigen Synths. Es ist ein passender Abschluss für Reminiscence.

Empress zeigen mit dieser EP eine Sache: Ja, Prog-Sludge geht und macht gute Laune. Und sie schaffen es, direkt mit den Tracks 2 und 4 einen Sound zu etablieren, den man direkt nach dem ersten Hören immer wieder erkennen kann. Dieses kleine Baby hat mir echt den Tag versüßt, obgleich es nur eine Werkschau darstellt. Pflichtkauf für Jeden, der mit Doom/Sludge/Prog was anfangen kann. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01.The Offering
02.Immer
03.Baptizer
04.They speek like trees
05.Dawn

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