Review

DRAGONY - Masters of The Multiverse04.10.2018

DRAGONY - Masters of The Multiverse

DRAGONY - Masters of The Multiverse

verfasst von Kalle

Orchester-Arrangements im Metal sind für mich ein Leckerbissen, sofern sie denn gut gemacht sind. Eine Band, die für Insider schon lange kein Geheimtipp mehr ist, kam mir heute ins Mailfach und ich war sofort davon begeistert, als ich nur den ersten Takt gehört habe. Dragony aus Wien bringen mit diesem Album ihr drittes Werk auf den Markt. Und gleich musste ich ein wenig an Dragonforce oder Gloryhammer denken, weil der Sound ähnlich ist. Man könnte sagen, es ist eine Mischung aus beiden, denn das Tempo ist hier hoch und die Effekte ähneln denen von Gloryhammer. Vom Cover der Platte hätte ich so nicht auf einen solchen Sound geschlossen. Feinster Symphonic Metal mit Wasser im Mund Garantie.

Das läuft euch bei den kommenden elf Songs in jedem Fall zusammen. Schon der Opener "Flame Of Tar Valon" überrascht mit einer tollen Einleitung, flotten Strophen und einem ruhigen Part, den man erst nicht erwartet. Der Track ist mit 5:57 Minuten Länge direkt der längste der gesamten Platte, die insgesamt knapp eine Stunde Hörvergnügen bietet. Und schon im zweiten Track zeigt sich, das noch weitere Genres mit einfließen. Denn hier könnte man den guten alten 80er Jahre Glam Metal mit einfließen lassen, geht man nach der Tonart der Keyboarder und dem Rhythmus. Das ist schon cool, wie viele Einflüsse sich in Dragony finden. Man muss diesen Sound allerdings mögen, so wie ich es tue, denn wer jetzt eher der düstere Typ ist, dem dürfte die Menge an hohen Tönen und Melodien, sowie Keyboard usw. schnell überfordern.

Dragony haben dafür aber auch eine gute Lösung gefunden und setzen, wie z.B. in "Grey Wardens" mehr auf schnelle Riffs und Drums und das Keyboard lassen sie schön im Hintergrund. Nur im Refrain kommen dann ein paar Chöre dazu, sonst aber ist der Track einfach nur schön schneller Metal. Bei "Defenders" gibt es eine tolle kleine Einleitung und dann die von mir so geliebten Orchester-Arrangements. Ein wenig hab ich mich an Sonata Arctica erinnert gefühlt. Sehr geil! Etwas ruhiger und besinnlicher geht es dann bei "Fallen Star" zu. Eine sehr schöne Ballade, wo mir allerdings der Gesang nicht ganz zusagt. Spezieller die Tonlage von Sänger Siegfried. Hier hätte ich mir etwas mehr Effekt oder Variabilität gewünscht. Dennoch zum Verschnaufen ist das Stück sehr schön geworden. Mit "Angels Of Neon Wings" geht es dann in ein Stück, das sehr wandelbar ist. Mal hohes Tempo, mal schön im Takt, dann wieder Midtempo, dann wieder Vollgas. Sehr schön umgesetzt, da man hier sich den Flug der Engel schön vorstellen kann.

"Days Of High Adventure" erinnert mich dann ein wenig, und für die Aussage würden sie mich wahrscheinlich hauen, an eine Musicalnummer oder ein Disneyfilm, wo eine Hauptfigur einen Part im Film singt. Ein ziemlich doofer Vergleich vielleicht, aber das war tatsächlich mein Eindruck, als ich diesen Song das erste Mal hörte. Wenn ihr den hört, ihr werdet euch sicher an diese Aussage erinnern und entweder zustimmen oder mich für bekloppt halten :D Ich find das aber jetzt nicht als Abwertung, sondern spricht für die Vielseitigkeit von Dragony. Sie haben viele Einflüsse und das gefällt mir eben so sehr an dem Album und der Band. "Evermore" liebe ich besonders wegen dem schönen Gitarrensolo. Genau meine Welt, wenn es um epische Tracks geht! "The Iron Price" fängt düster an und verkörpert schön das der eiserne Preis etwas Besonderes ist. Man verbindet damit jetzt nicht so die Fröhlichkeit. Find ich sehr gut umgesetzt. Im finalen Song "Eternia Eternal" packen Dragony noch einmal ihr ganzes Können aus und zelebrieren ihr Genre ordentlich.

Doch wer jetzt gezählt hat, der kommt erst auf zehn Songs. Richtig, denn es gibt auf der CD noch einen Bonussong. Und jetzt kommen wirklich Einflüsse aus den 80er zum Vorschein. "The Touch" stammt aus der Glamrock-Zeit . Es ist aber auch ein Sound, der gut und gerne in eine Serie als Titelsong passen könnte. Und nachdem mich der liebe Siegfried von Dragony anschrieb und mir das Original schickte, hat sich bei mir auch ein Schalter umgelegt. Stan Bush hat damals diesen Song geschrieben und er war Titelsong zur Comicserie "Transformers".

Die Platte ist super produziert, bereitet viel Freude und hat eine enorme Vielseitigkeit. Hier und da könnte der Gesang noch etwas mehr Variabilität oder den ein oder anderen Effekt vertragen, doch so ist es schon sehr cool. Mir gefällt die Platte sehr und gerade der Kontrast zu Cover (was man so für Sound erwarten würde) und was man Ende bekommt, fetzt einfach. Von mir klare Empfehlung für alle Fans von gutem Symphonic Metal. Wer es eher klassisch oder deftiger mag, der sollte hier evtl. einmal aussetzen.


Tracklist:

01. Flame Of Tar Valon
02. If It Bleeds We Can Kill It
03. Grey Wardens
04. Defenders
05. Fallen Star
06. Angels On Neon Wings
07. Days Of High Adventure
08. Evermore
09. The Iron Price
10. Eternia Eternal (The Masters Of The Multiverse)
11. The Touch [CD only Bonustrack]

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