Review

DIRTY CONNECTIONS - We Are The Night 25.01.2017

DIRTY CONNECTIONS - We Are The Night

DIRTY CONNECTIONS - We Are The Night

verfasst von Karla the Fox

Neuer Sänger, neue EP, neuer Style. "Wir sind nicht mehr Crüe 2.0! Wir sind die Nacht!", schreien die Dirty Connections raus in die Welt. Voller Stolz präsentieren sie das aufwendig gezeichnete Cover-Artwork des frischen Projekts. Nice Scheiß. Ein bisschen spooky. Aber so soll es ja auch sein. Ihren neuer Stil ordnen sie nämlich dem Shock Rock zu. "Offizieller", selbst kreierter Name ist Death Glam, aber ich finde, zur Orientierung für die Allgemeinheit passt Shock Rock einfach besser. Er trifft es vor allem dann, wenn man sich die Texte der vier Songs "Punisher", "We Are The Night", "Dreamin' In A Casket" und "Scream For Me" anschaut. Der erste und dritte der Reihe gehen sogar noch. Da sind kontroverse Themen drin ("Punisher" ist zum Beispiel nichts für Feministen), aber ein Song wie "Sream For Me" könnte tatsächlich vom musikalischen Master der Schande - Marilyn Manson - selbst stammen. Respect for that, ob man es persönlich nun mag oder nicht. Als andere Einflüsse nennen DC nach wie vor die Crüe, Alice Cooper und Rob Zombie natürlich, Wednesday 13 und erstaunlicherweise auch Pantera und nicht mal das letzte kann ich abstreiten. Ja, steckt eindeutig mit drin. 

Die Einleitungen der jeweiligen Songs prägen sich schnell ein. Wiedererkennung auf die ersten Schläge ist auch bei weniger melodiöser Musik unglaublich wichtig. Wenn der Gesang zum ersten Mal einsetzt, schwächelt die Musik, denn das Intro lässt auf noch viel mehr Wucht und Klarheit hoffen. Ich liebe den trennscharfen Wechsel der Stimmlagen, am besten hörbar in "We Are The Night", und die ganzen Hooks und Riffs der Gitarre. Die Strophen könnten noch mehr Kraft entfalten, sodass man direkt aus ihrem Klang hören könnte, was sie eigentlich besingen. Ich steh auf überspitzte Emotionalität in solcher Musik. Klappt am besten bei "Scream For Me". Songwriter Randy der Dirty Connections jedoch steht auch auf Industrial und der dämpft mit seinem Einfluss die Ekstase zu einer nebligen Aggression. Dafür bringt der Industrial wiederum nette Ideen in die Intros und Übergänge innerhalb der Songs.

Offiziell verkauft wird diese dunkelglamoröse EP erst im April. Solang will sich die Band Zeit lassen, ein Label für ihr Werk zu finden. Ich will bei so einer Platte nicht sagen, dass ich es wärmstes empfehlen kann, sich als solches mal mit der Band zu beschäftigen.. ich empfehle es lieber kaltherzig und verstörend. Passt besser... Wenn das nichts wird, wird es eine Eigenproduktion.

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