Review

DIMMU BORGIR - Eonian12.05.2018

DIMMU BORGIR - Eonian

DIMMU BORGIR - Eonian

verfasst von Tim

8 Jahre. 8 Jahre ist es her, als die norwegische Formation mit Ihrem Studioalbum "Abrahadabra" die schwarzmetallische Gemeinde der harten Klänge beglückt hat. Nach bald einer Dekade und einer gefühlten Ewigkeit liegt nun der Nachfolger in den Startlöchern. Und dieser Nachfolger weist interessante Stilistiken auf, die dem ein oder anderen Dimmu Borgir-Fan fremd vorkommen könnten. Warum, erläutere ich im Folgenden.

Dimmu Borgir ist das Aushängeschild für ihren eigenen düsteren, diablolisch-klingenden Black Metal. Bereits beim Vorgänger "Abrahadabra" schimmerten schon vermehrt Black Metal-Stücke mit Orchesteruntermalung hindurch. Und hinsichtlich dem Einsatz von Orchesteruntermalung wird bei diesem Werk nochmal eine Schippe draufgelegt. In mehreren Stücken dieses Albums werden wir mit majestätischen Orchesterklängen konfrontiert, die aus den klangvoll-schönen und gleichzeitig diabolischen, harten Klängen herausragen. Aber das ist noch nicht alles: ein jedes Stück dieses Werkes weist eigene Parts auf, in denen mehrere Instrumente zum Einsatz kommen. Dabei wird der Hörer nicht nur mit dem instrumentalen Standardrepertoire a la E-Gitarre, Bass, Drums und vokalistischem Gekeife bedient - nein, auch sonderbare, markante Klänge werden mal passend eingestreut.

Als Beispiel genannt sei hier ein über mehrere Sekunden andauernde, afrikanisch-klingender Gesang (ohne Stimme) oder das auffällig relativ oft eingestreute, nach Popcorn klingende Keyboard-Spiel in mehreren Stücken - wer den Überhit "Popcorn" von der amerikanischen Musikformation "Hot Butter" kennt, wird sicherlich nachvollziehen können, was ich im Falle von "Popcorn-Keyboardklängen" bei Dimmu Borgir meine. Musikalisch langweilige Momente beschert uns kein Track. Genau wie auf dem Symbol des Plattencovers gibt es viele Details und möglicherweise sogar versteckte Botschaften zu erkennen, sofern man bereit ist, diesem epischen Werk seine vollste Aufmerksamkeit zu schenken. Somit sei an dieser Stelle schonmal folgendes erwähnt: dieses Werk ist auf gar keinen Fall ein Quickie. Black Metal-Liebhaber und Liebhaber von Dimmu Borgir sollten sich bei zartem Kerzenschein mit einem Glas des besten Rotweins dieses komplexe, düstere Werk aufgrund seiner musikalischen Vielseitgkeit in jedem Stück geduldig mehrmals hintereinander hinweg zu Gemüte führen. Erst dann wird den Black Metallern (und wahrscheinlich auch nicht nur denen) die musikallische Brillanz dieses Albums bewusst.

Der musikalischen Eingängigkeit und dem Ohrwurmcharakter durch einfache, simple Songstrukturen in nicht allzu langer Spielzeit wird seitens dieses Albums der Mittelfinger entgegengestreckt. Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen, Feinfühligkeit sowie Zeit wird benötigt, um gegenüber diesem Werk Sympathie oder gar Liebe zu empfinden. Da dieses Werk im Gegensatz zu den Vorgängerwerken dieser Band einen merklich stilistischen Unterschied aufweist, sind selbst Dimmu Borgir-Anhänger gut beraten, vorher einen Testdurchlauf (oder gar mehrere Testdurchläufe) durchzuführen, bevor dieses Stück Epik käuflich erworben wird. Etwas beruhigen will ich die Dimmu Borgir-Anhängerschaft schon: Shagrats typisches Gekeife liegt auf dieser Platte vor, die für die Band charakterlich-werkelnde Double Base ebenso. Zwar nicht mehr so überpräsent wie auf einigen Vorgängerwerken, aber diese Elemente sind da.

Trackliste:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. ÆTheric
04. Council Of Wolves And Snakes
05. The Empyrean Phoenix
06. Lightbringer
07. I Am Sovereign
08. Archaic Correspondence
09. Alpha Aeon Omega
10. Rite Of Passage

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