Review

DEMONS DREAM - Nuclear Attack19.12.2016

DEMONS DREAM - Nuclear Attack

DEMONS DREAM - Nuclear Attack

verfasst von Karla the Fox

Ja ja, das Leid der Selfmade-Newcomer-Metalbands. Alles muss man selber machen! Da schickt mir Andi "Kiko" von Demons Dream die ersten Soundbeispiele ihres Schaffens und das erste, was ich denke, ist: Klingt gut, aber professionelleres Eqiupment würde nicht schaden. Und dann kommt später eine Nachricht von ihm, in der er erklärt, dass er und seine Jungs sich die Ausrüstung selbst gekauft, alles selbst aufgenommen und gemischt haben. Das spart Geld, aber leider hört man es auch im Ergebnis. Das soll nicht heißen, dass Demons Dream schlecht sind. Es heißt, dass sie eine echt schlechte Ausgangssituation haben. Aus ihrem Sound und ihren Ideen könnte man nämlich viel rausholen. Sagen die Jungs natürlich auch selbst.

Ihre Debut EP, quasi die ersten Versuche, ins Metalbusiness einzusteigen, wurde von ca. einem Jahr im bereit erwähnten selbst gebauten Studio aufgenommen. Die Kiko Brüder sind Basssist und Schlagzeuger der Band, also die Rhythmustruppe, die auch organisatorisch den Takt anzugeben scheint. Insgesamt sind die Heidenheimer zu sechst. Von Nachteil, wenn es darum geht, sich zu einigen und bestimmt schwierig, Momente zu finden, in denen alle Zeit haben. Von Vorteil wenn es um das Einbauen starker Chöre und Call & Response Einlagen in ihren Songs geht oder um dein Einsatz zweier starker Gitarren, die sich gegenseitig pushen. Auf der EP "Nuclear Attack" sind vier Songs plus das Intro. Wurde dieses digital aufgenommen? Es ist lang, die Band fürchtet schon zu lang, aber von der Aufnahmequalität ist es das Glanzstück der Platte. Fast cineastisch kommt es daher und leitet in die CD ein. An diesem Intro sieht man das Talent der Band für Kompositionen. 

Die späteren Stücke sind meist recht einfach aufgebaut. Gerade die Refrains sind sehr klar und wiederholen sich. Gut zum schnellen Lernen und Mitsingen. Interessant sind die Vocals von ihrem Sänger Steini. Im ersten Moment wusste ich nicht, ob ich sie mag oder nicht. Sie sind schwer einzuschätzen oder gar einzufangen. Weder Alter noch Stil oder typische Tonlage sind klar herauszuhören. Womit Steini aber punktet, und das gewaltig, ist sein Wille, den Ausdruck seiner Stimme zu testen. "Restless Dead" auf dem er zwischen schrillem Doom-, aggresivem Melodie-, Sprech- und Flüster-Gesang wechselt sagt mir: da braucht es einfach bessere Mikros und das finden eines eigenen Stils und schon könnte daraus was werden. Im Titelsong gefällt sie mir richtig gut. Es sind jedoch die Gitarren, die den Klang ausmachen. Sie haben auch häufiger lange Instrumentalauftritte für sich.

Fazit: Für sechs Jungs, die es selbst und ohne Budget zusammen gezimmert haben eine solide Leistung. Schreit nach Förderung oder wenigstens dem Einsatz eines besser ausgestatteten Studios. Immerhin haben so all die Großen angefangen.

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