Review

DEATH WEELERS - I Tread On Your Grave05.04.2018

DEATH WEELERS - I Tread On Your Grave

DEATH WEELERS - I Tread On Your Grave

verfasst von Sebastian


Worauf ich mich bei Death Weelers einlassen würde, war mir anfangs nicht klar. Ein schwarz - weisses und trotzdem knallbuntes Cover stach beim Start des ersten Songs in mein Auge und es wuchs so ein Gefühl in mir, dass mich vom Stil her der Soundtrack eines Roadmovies erwarten könnte. Das es sich bei I Tread On Your Grave um ein rein instrumentales Album handelt war die erste Überraschung. Und gewöhnlich tue ich mich auf Dauer etwas schwer mit dieser Art Alben ohne, dass eine gewisse Eintönigkeit in den Vordergrund dringt.

Diese Sorge kann ich jedem Interessenten jedoch gleich nehmen. Das was dieses Album ist lässt sich schwer beschreiben. I Tread On Your Grave startet mit dem gleichnamigen Stück und setzt mit gemächlich zupfenden Saiten ein zu denen sich ab und an ein paar Schläge an den Drums gesellen. Das Tempo zieht an und ja, ... nun, die Death Wheelers starten mit ihrer absurden Musik. Ein Rhythmus beginnt der einen sofort mitnimmt bis die E-Klampfe gequält wird. Und dieses Mal kann man das Wort quälen wörtlich nehmen. Irgendwie sind es Melodien die hier produziert werden, aber gleichzeitig klingen sie so falsch in irgendeinem Sinn. Bevor einer der typischen Breaks folgt setzt ein wirkliches kleines Solo ein, welches wieder komplett gut gespielt ist und im totalen Gegensatz zu den Sekunden davor steht. Im selben Song geht es vorerst wieder langsamer zur Sache bis sich, nach einem kurzen Tempoanstieg, das Ende erkennen lässt.  Surprise, es gibt doch gesprochenes auf dem Album. 13 Discycles startet mit einer rauschigen Tonaufnahme die evtl. aus dem gleichnamigen Film "The Death Wheelers" von 1973 stammen könnte. Es wird dort jedenfalls vor der Tödlichkeit dieser Motorradgang gewarnt. Nach dem gewohnten mitreißenden Rhythmus fallen die Noten dann in den Keller und es geht minimalistischer und düsterer weiter. Lang gezogene Gitarrensounds werden von teils absolut nicht dazu passenden Schläge auf die Becken begleitet. Gut und so geht es weiter und weiter.

Ich glaube hier fällt es extrem schwer eine Empfehlung zu geben oder eben nicht. Es steckt so viel Unterschiedliches in dem Album das man es nicht wirklich beschreiben kann. Ab und an klingt es ein wenig nach Motörhead bis sich Country / Songwritermäßiges wie von David Allan Coe mit rein mischt, um dann jemandem der noch nie ein Instrument gesehen hat an das Schlagzeug zu setzen. Gepaart mit den gesprochenen doch recht kranken Intros zu den Werken ist es hier nicht nur irgendein Album. In meinem Kopf spinnt sich der Faden zu Recht das I Tread On Your Grave der Soundtrack zu einem schlechten, gewalttätigen Film ist der erst noch gedreht werden muss. Den Film kann ich nicht benoten aber diese Platte ist trotz, oder gerade wegen der abstrakten Musik eigentlich wieder geil. Man muss halt total auf Kakophonie abfahren, dann nehmen einen die Death Wheelers sofort mit auf ihren blutigen Roadtrip.


Tracklist:

01. I Tread On Your Grave
02. 13 Discycles
03. Roadkill
04. Sleazy Rider Returns
05. Deaf Wheelers
06. Black Crack
07. Moto Vampiro
08. Purple Wings
09. Backstabber
10. RIP (Last Ride)
11. Moby Dick 1

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