Review

DEADSMOKE - Deadsmoke28.03.2016

DEADSMOKE - Deadsmoke

DEADSMOKE - Deadsmoke

verfasst von Robert K.

Pures Klischee, aber viele Doom-Bands scheinen sich in ihren Interessen auf Bier und Gras zu beschränken. An dieser Grundfeste des guten Geschmacks ändern auch Deadsmoke aus Italien nichts. Über das Label "Heavy Psych Sounds", zu dem übrigens auch Banquet, die wir vor ein paar Tagen hatten, gehören, erscheint ihr Erstlingswerk, welches im Sinne der Kreativität "Deadsmoke" getauft wurde. Zu dritt verspricht man uns langsame, hypnotische und dissonante Klänge, die unsere Seelen versengen sollen, bis nur noch Asche bleibt. Hinzu kommt ein schickes Cover, dass eine bergige Landschaft bei Nacht zeigt und golden umrandet wurde - stimmig.

Doom Sludge mit Punk-Einlage wird versprochen, doch tatsählich überwiegt der Doom-Anteil, was natürlich nicht negativ auffällt. Langsam und schwer hämmert die Platte langsam vor sich hin und wirkt dabei wie ein zehn Stunden langes Video auf Youtube, beispielsweise die Nyan Cat, das man sich gerne sehr lange anhört, obwohl das Grundgerüst nur sehr kurz ist - hier 31 Minuten. Im Übrigen habe ich mir das Nyan Cat-Video nicht so lange angesehen, jedenfalls nicht mehrfach. Okay, auch mehrfach. Wie auch immer. Was auffällt sind viele Stellen, die eine kleine Abwechslung bieten und dabei sehr eingängig sind - das ist vermutlich der Punk.

Für den Groove ist also gesorgt. Die Aufnahme und Produktion gehen auch mehr als in Ordnung. Der Gesang reicht von stimmig-gelangweiltem Sprechgesang bis hin zu Megaphonschreien - auch so ein Klassiker. Virtuose Rhythmen darf man hier nicht erwarten, aber das muss ja in dem Genre nicht sein, die Atmosphäre zählt. Diese kommt gepaart mit Groove definitiv auf und herrscht sehr im Bassbereich vor. Für eine drei Mann starke Band kommt hier genug und man hat schon Schlechteres gehört.

Man kann "Deadsmoke" von Deadsmoke nicht viel ankreiden und gerade als Fan des Genres wird man zufrieden gestellt. Das übliche "Fans greifen zu, alle Anderen hören zur Probe rein." lässt sich hier gut anwenden. Leider kann man auf der Haben-Seite auch nicht all zu viel Neues, Innovatives oder gar Mutiges erhaschen. Ehrlich gesagt, könnte sich das Doom-Genre so langsam etwas weiter entwickeln, da es doch ein paar Abnutzungserscheinungen zeigt. K(l)aufempfehlung.

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