Review

Dark Millennium - Where Oceans Collide30.07.2018

Dark Millennium - Where Oceans Collide

Dark Millennium - Where Oceans Collide

verfasst von Henry E.-S.

Wenn draußen die Sonne brennt, drinnen die Hitze sich staut und man einfach nur eine Abkühlung will, da wird ja wohl Dark Metal eine kleine Abkühlung versprechen. Und Jeder kennt das ja: Man oxidiert bei diesen heißen Temperaturen so vor sich hin und will einfach nur berieselt werden. Zu mehr wird es bei dieser Hitze auch nicht reichen. Dafür ist Dark Millennium's neue Platte ''Where Oceans Collide'' einfach zu anspruchsvoll - und da ist der fast 12-Minütige letzte Track ''Across Oceans Of Souls'', der reine klassische Musik ist, nur die Spitze.

Bevor hier jetzt die Ersten bei dem Wort Dark Metal wieder wegschalten, sei das Alter der Band angesprochen. Die Herren sind schon seit 1992 aktiv, was sich in Ihrem Sound auch sehr wieder spiegelt. Man kann schon in gewisser Weise vom Sound her auf den ungefähren Jahrgang einer Band schließen (mit Ausnahme von Darkthrone). Der Sound von Dark Millennium ist der von einer Band, die sich komplett auf das Wesentliche konzentriert und allen weiteren Schnickschnack auf ein Minimum reduziert hat. Der Sound ist das genaue Gegenteil von ''überladen''. Jedenfalls wenn man von oben drauf guckt. Von oben ist ''Whre Oceans Collide'' ein Dark Metal-Brett. Dark Metal der Oldcsool-Schule wie Samsas Traum, bei dem jede einzelne Gitarren-Note präzise hörbar ist, ebenso wie jeder Schlagzeug-Schlag.

Der Gesang nimmt dies, führt dies weiter, in dem er höheres Death Metal-Growling nimmt und sehr verständlich die Lyrics rüber bringt. Ab und an wechselt die Höhe mal nach oben oder in ein passendes Flüstern. Diese Klarheit des gesamten Soundkonzepts unterstützt die melancholische, fast nach düsterem Gothic anmutende Atmosphäre. Diese Atmosphäre - und da kommt jetzt das oben genannte ''Anspruchsvoll'' zum tragen - wird durch Einsprengsel von verschiedenen Sounds und Instrumenten unterstützt, die wie in einem guten Horrorfilm immer nur so im Hintergrund kurz auftauchen und einen halb irre machen. Diese kleinen Nuancen raus zuhören ist die Aufgabe des Metal-Somaliers. Denn so einer muss man sein und eine ganze Menge Aufmerksamkeit mitbringen, da ''Where Oceans Collide'' nicht nur aus Dark Metal besteht, sondern auch aus Progressive Metal.

Wenn man die Aufmerksamkeit mitbringt wird man mit so viel guter Gitarrenarbeit belohnt, dass man direkt mal seine Haltestelle verpasst und eine Station zurück laufen darf. Im Prinzip ist Dark Millenniums neue Platte für reifere Menschen eine verdammt gute Platte, die so oder so eine Empfehlung wert ist, aber nicht dafür gemacht ist, sich berieseln zu lassen. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.

Tracklist:

01. Vampire's Empire
02. Lovers Die
03. Moving Light
04. Insubstanatial
05. Nights Eternal
06. Flesh Is Weak
07. The Lie Behind The Trust
08. Diseases Decease
09. Jessica's Grave
10. In Equilibrium
11. Across Oceans Of Souls

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