Review

CRYONIC TEMPLE - Deliverance17.06.2018

CRYONIC TEMPLE - Deliverance

CRYONIC TEMPLE - Deliverance

verfasst von Sebastian


Grob ein Jahr ist vergangen. Die Anhänger des Power Metals konnten im Jahr 2017 mit dem Release von Into The Glorious Battle ihre Nacken malträtieren. Das Album von Cryonic Temple hat mich sehr positiv überrascht und dröhnt auch nach einem Jahr noch aus meinen Boxen.

Aber schon nach einem Jahr hat es den Schweden wieder in den Fingern gejuckt und ab ging es ins Studio. Hier wurde das Album Deliverance aufgenommen, zu dem es bestimmt schon im Vorfeld viele Ideen für Songs gab. Genau wie der Vorgänger, kommt hier ein Silberling der bis zum Rand gefüllt ist. Ganze 14 Tracks haben es wieder ins Presswerk geschafft und machen wiedermal einen sehr guten Eindruck. Ein Blick auf das Cover lässt bereits erahnen, dass es nicht Power Metal like um Schlachten, Burgen, Einhörner, Drachen oder Ähnliches geht.

Wie Into The Glorious Battle zieht es die Schweden thematisch wieder tief in die Galaxis. Natürlich gibt es auch dort Kämpfe, jedoch ist es eine angenehme Abwechslung sich zumindest geschichtlich an einem anderen Ort zu befinden. Deliverance reiht sich außerdem in die Zeitliche Abfolge des Vorgängers ein und bildet somit ein weiteres Konzeptalbum. Angefangen beim Intro welches noch sehr beruhigend daher kommt und sich gegen Ende der 2:30 Minuten spannungsmäßig ein wenig zuspitzt. Schöne Melodien gepaart mit einem Piano von dem aber nur zwei oder drei Tasten genutzt werden, sorgen für steigende Erwartungen.

Normalweise hätte ich nun einen donnernden Riff erwartet der Rise Eternally Beyond einläutet. Dieser bleibt uns jedoch verwehrt und mit sanft gezupften Saiten startet Track zwei. Nach Rund einer Minute geht es dann aber kraftvoller zur Sache. Der Vocalpart ist sehr melodisch gehalten und kommt ohne Screams oder Ähnliches aus. Daher rücken die Instrumente ein wenig in den Hintergrund und lassen Rise Eternally Beyond trotz der preschenden Drums melodischer wirken. Mit Through The Storm kommt schon zu Beginn des Albums mein Anspieltipp. Einen kleinen Moment schleichen sich elektronische Sounds ein bis eine Frauenstimme mit den Worten Never Never Die den Startschuss für den Ohrwurmsong gibt. Der Refrain bleibt einfach hängen! Mit Knights Of The Sky kommt das Power Metal Feeling das erste Mal richtig durch. Die Gitarren etwas tiefer gestimmt, ein kontinuierlich hämmerndes Schlagzeug und ein Gesang der nun endlich mal mehr als nur einen Stimmlage abdeckt. Nein, auch hier ertönen keine Screams, aber Patrik Eriksson stellt unter Beweis das er auch abwechslungsreicher kann. An den Gitarren geht aber auch Abwechslung. Ein 1:30 Minuten langes Solo wird plötzlich geboten, dass es in sich hat.

Der namensgebende Titel Deliverance baut zu Beginn einen schönen Spannungsbogen auf, aber es geht ja schließlich auch namentlich um die Befreiung. Was bisher komplett fehlte, die zuvor angesprochenen hohen Stimmlagen, kommen hier nun voll im Refrain zu tragen der ausschließlich aus diesen besteht. Erst etwas gewöhnungsbedrüftig, dann rockt es aber! Loneliest Man In Space klingt genauso wie man es bei dem Titel vermutet. Es ist die Ballade des Albums bei der man sich gut in die Rolle des Protagonisten hineinversetzen kann. Pain And Pleasure ist wütend. Eine Raue und kraftvolle Stimme dringt auf Deliverance nun das erste Mal in die Gehörgänge und wiedermal tut es dem Album gut. Mit dem späteren End Of Days versüßt einem eine durchgehend elektronische Grundmelodie das Stück. Wirkt aber auch für Metaller nicht störend, irgendwie passt es.

Da es sich um ein Konzeptalbum handelt, kann man das Ende mit dem eines Films vergleichen. Zum Schluss kommt der Endkampf. So hat man mit den Stücken Under Attack, Blood And Shame und Insomnia (Bonus Track) nochmals alle Stile, Gefühle und Emotionen verwurstet. Verwurstet ist hier aber nicht negativ zu verstehen. Cryonic Temple fährt mit der Schiene ihrer Konzeptalben wirklich gut. Durch die Geschichten und Wendungen ergeben sich immer andere Songs die keine Eintönigkeit aufkommen lassen. Auch wird kein Stilmittel überreizt und kein Song wirkt zu voll gepackt. Wer sich mit einer etwas ruhigeren Art des Power Metals anfreunden kann und evtl. schon Fan des Vorgängeralbums war darf hier ohne nachzudenken beherzt zugreifen. Starkes Album!


Tracklist:

01. Intro: The Morning After The Longest Day
02. Rise Eternally Beyond
03. Through The Storm
04. Knights Of The Sky
05. Deliverance
06. Loneliest Man In Space
07. Pain And Pleasure
08. Temple Of Cryonics
09. Starchild
10. End Of Days
11. Swansong Of The Last Emperor
12. Under Attack
13. Blood And Shame
14. Insomnia ( Digipack Bonus Track)

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