Review

CRY OF DAWN FEAT. GÖRAN EDMAN - ST05.10.2016

CRY OF DAWN FEAT. GÖRAN EDMAN  - ST

CRY OF DAWN FEAT. GÖRAN EDMAN  - ST

verfasst von Karla the Fox

Göran Edman ist einer der Männer, die im Laufe ihres Lebens so vielen Bands und Projekten ihre Stimme leihen, dass sie sich am Ende selbst gar nicht mehr an alle erinnern können. Noch schwieriger wird es für den Fan und Hörer, dem diese Stimme irgendwie bekannt vorkommt, wenn er eine eigentlich neue Band für sich entdeckt. Viele wissen mit Edmans Namen auch gar nichts anzufangen, obwohl sie ihn schon so oft gehört haben.

Damit wollten Frontiers Records Schluss machen. Als erste Anlaufstelle für AOR überhaupt versammelten sie ihre Songwriter und ließen ein Album zusammen stellen, auf dem sich Göran Edman nicht nur austoben konnte, sondern das auch noch mit seinem Namen beworben ist. Das Projekt bzw. Album trägt den Titel "Cry of Dawn". Mit auf der Platte als festes Line Up: Michael Palace an Gitarre und Bass, Sören Kronqvist an den unvermeidbares Keys sowie Daniel Flores, der auch noch die Drums bedient.

Edman macht einen tollen Job. Er gehört nun auch schon der älteren Generation an. Trotzdem bricht seine Stimme nicht und verraucht nicht. Mit Kraft und Melodie singt er sich durch das Album, das man den ganzen Abend einfach laufen lassen kann. Michael Palace haut darauf an der ein oder anderen Stelle ein starkes Solo raus. Es sind sehr schöne Songs auf "Cry of Dawn" zu hören, klare Klänge, schöne Geschichten von der Liebe und dem Leben. Wie AOR eben ist. Darüber geht es aber nicht hinaus. Man hätte ruhig mehr auf den Putz hauen können, was das Songwriting angeht. Wenn gefühlvoll und mit großen Hooklines, dann gerne auch mal übertrieben. Oder zur Abwechslung mal einen richtigen Rocker zwischen rein schmeißen. Denn so geht Edmans Stimme in einer einheitlichen Reihe von Nebenher-Liedern unter. Keines davon stört, keines ist schlecht, doch auch keines löst das ultimative Gefühl des Glücks oder was auch immer aus. Der letzte Track "Tell me" kommt besonders bekannt vor. Das wird durch das kitschige Plattencover mit dem weißen Pferd, das aus den Wellen springt nicht besser. Der oft verwendete Begriff Hausfrauenrock bekommt hier eine große Angriffsfläche. Was bleibt, ist schöne, melodische Musik mit jeder Menge Melodic Rock bzw. AOR Klischees, zusammen gestellt von einem starken Team, das sich aber irgendwie nicht traut, über den eigenen Schatten hinauszuspringen. Schade, denn sie hätten es alle verdient.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1247