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CORROSION OF CONFORMITY - No Cross No Crown28.02.2018

CORROSION OF CONFORMITY - No Cross No Crown

CORROSION OF CONFORMITY - No Cross No Crown

verfasst von Henry E.-S.

Ach ja, ein neues Jahr, ein neues Corrosion of Conformity-Album. Das ist schön. So schön. Und schön für mich, der da immer einer Regel folgt: Ich reviewe nur Alben von Bands, die ich nicht kenne. Ja ich gebe es hiermit offen zu, ich hab noch nie irgendeinen Song von Corrosion of Conformity gehört. Beste Bedingungen also, die Band mal kennen zu lernen und unbedarft und fröhlich pfeifend die neue Platte No Cross No Crown nach Strich und Faden durch zu hören. Nagut, eine Sache muss ich außerdem noch ergänzen: Ich war bis heute der trügerischen Vorstellung aufgesessen, dass Corrosion of Conformity einen ziemlich depressiven Doom spielen. Und das Intro von No Cross No Crown transportiert das auch. Und dann knallt da doch Südstaaten-Stahl los. Und zwar auf eine handwerklich sehr gute Weise, was wohl die Erfahrung halt so mit sich bringt. Nichts, aber auch gar nichts, wirkt hier deplatziert, sondern fügt sich zu einer homogenen Masse. Und diese Masse groovt. Sie groovt so, wie es nur diese Spielrichtung des Metal kann.

Und dies mit einem schönen Gesang, der Erinnerungen an Suicidal Tendencies wach ruft. Ich mag auch diesen gewissen Doppeleffekt, dass es so wirkt, als würden da zwei Sänger ganz nah beieinander singen. Corrosion of Conformity sind auch eine dieser Bands die es schaffen, Songs auf einem sich immer wieder wiederholenden Riff aufzubauen. Track 06 Little Man ist da ein gutes Beispiel für: Der ganze Song reitet auf einem Riff daher ohne das es langweilig oder repetitiv wird. So muss dieser Metal, dieser Southern Steel. Und nein, auch wenn sie nahe liegen, werde ich hier keine Vergleiche mit Pantera aufstellen. Wie gesagt, sie liegen positiv sehr nahe, aber Phil Anselmo hat sich nun mal als Rassist heraus gestellt und deswegen werde ich Pantera und Down ab sofort erstmal mit gekonntem Ignorieren strafen. Aber ich bin ja grad gut gelaunt dank Track 06 und möchte mich nicht aufregen. Und Track 07 Matre´s Diem lässt meine Laune weiter nach oben wandern. Es ist eigentlich nur das Intro für Track 08 Forgive Me (bei dem wohl jeder Jonny Cash-Fan steil gehen wird), erinnert aber auf so starke Weise an das Intro von Panopticon´s Autumn Eternal, dass man fast von einer Hommage sprechen muss. Klauen traue ich Corrosion of Conformity nicht zu, dafür sind die zu lange dabei.

Und da wir grad bei Hommage sind, können wir auch gleich zu einem der stärksten Songs von No Cross No Crown kommen, Track 11 Old Disaster, denn dieser Song ist eine Verbeugung vor Jimi Hendrix. Der Gitarrist frickelt sich da so dermaßen einen ab, dass man Bock auf die alten Woodstock-Mitschnitte kriegt. Noch mehr Pluspunkte gefällig? Dieses komplette Album hat den idealen Groove fürs Autofahren. Hinter dem Steuer verstärkt sich die Wirkung noch und man ärgert sich, dass es in Berlin und Umgebung keine langen Straßen durch irgendeine Prärie gibt. Und bei den Minusgraden im Moment will ich auch nicht gerade durch Brandenburg eumeln. Einen weiteren Song möchte ich hier noch direkt ansprechen, namentlich Track 14 A Quest To Believe, der mit einem interessanten Einsatz der Bottleneck-Technik aufwartet. Der Song ist auf hohem Niveau solide, hätte jedoch besser als reiner Atmo-Song ohne Gesang funktioniert. Und damit haben wir einen von meinen beiden Kritikpunkten an No Cross No Crown aus dem Weg geräumt. Was nun der andere Kritikpunkt ist, werden sich jetzt einige von euch fragen?

Nun, Corrosion of Conformity-Fans werden mich jetzt lynchen wollen, aber das stört mich nicht weiter, weil die eh alles verschlingen was von der Band kommt: Corrosion of Conformity sind seit 1982 am Start. Sie sind ein ganz schönes Schwergewicht. Und bei dieser ganzen musikalischen Power unter der Haube und einer ganzen Menge Herzblut, welches man raus hört, bleibt mir nur eine Sache zu sagen. Wie gesagt, dies ist mein erstes Corrosion of Conformity-Album. Vielleicht war der Hype zu groß. Oder nach so langer Zeit gehen den Jungs einfach die Ideen aus. Oder anders gesprochen: Stagnieren auf hohem Niveau. No Cross No Crown ist ein sehr gutes Album des groovigen Südstaaten-Stahls. Es hat eine sehr gute Produktion und macht Spaß zu zuhören. Aber es fehlen einfach diese gewissen interessanten Ideen die einen dazu bewegen würden, es richtig ab zu feiern. Anhören kann man es sich auf jeden Fall, wie gesagt, es ist sehr gut. Aber ich weiß nicht, ob ich es weiterempfehlen würde. Dafür klingts mir dann doch zu glatt. Stagnieren auf hohem Niveau halt. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Novus Deus
02. The Luddite
03. Cast The First Stone
04. No Cross
05. Wolf Named Crow
06. Little Man
07. Matre`s Diem
08. Forgive Me
09. Nothing Left To Say
10. Sacred Isolation
11. Old Disaster
12. E. L.M
13. No Cross No Crown
14. A Quest To Belive (A Call To The Void)

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