Review

CHRONOS ZERO - Hollowlands08.02.2016

CHRONOS ZERO - Hollowlands

CHRONOS ZERO - Hollowlands

verfasst von Robert K.


Chronos Zero mag zwar wie eine erwürfelte Wortkombination klingen, aber tatsächlich handelt es sich dabei um eine italienische Progressive Band. 2011 als Soloprojekt gegründet, hat man mit dem nunmehr zweiten Album stetig vergrößert, denn zu Hollowlands hat man sich eine weibliche Stimme mit ins Boot geholt und versucht nun Kombination aus Clean- und Gutturalgesang schmackhaft mit progressiven Elementen zu verbinden.

Das Cover spiegelt den Stimmkontrast schon mal gut wider, da man darauf eine Art Seemonster-Godzilla-Drachen gegenüber einer anmutigen, weiblichen Fantasy-Elfen-Gestalt sieht. Zum Titel "Hollowlands" kommt mir spontan nur Dark Souls in den Sinn, weil die Ländereien dort auch von sogenannten Hollows heimgesucht werden. Leider wird dieser Aspekt nicht im Album aufgegriffen ? wäre dufte gewesen, aber spielt Dark Souls! Dark Souls. Nichtsdestotrotz soll der Hörgenuss nicht an dieser kleinen Sache scheitern. Im Gegenteil: Die ganze Platte ist schlichtweg klanglich sehr gut verarbeitet. Man hat keine Probleme damit, dass Instrumente verloren gehen oder Passagen unhörbar sind. Das Album wirkt wie aus einem Guss und die weibliche Stimme sorgt für eine Bereicherung der Vielfalt. Dazu kommt noch eine mäßig gute Growl-Stimme und ein kräftiger Männergesang, der mir gut gefällt.

Wer mit Abwechslung begnügt ist, kann sich glücklich schätzen, jedoch liegt der da noch ein fetter Hase im Pfeffer: Der Stil der ganzen Scheibe ist recht vergessbar. Wie so oft kommt hier das Kartoffelchips-Theorem zum Einsatz, das besagt, dass manche Band ihre Sache so sicher spielen, dass es einfach wie ein Grießbrei wirkt. Ich mag Grießbrei, aber ich muss nicht ständig daran denken und frohlocke nicht während und vor dem Verzehr darüber.

Essensmetaphern beiseite: Es wirkt alles gut produziert, gespielt und komponiert. Der Bruch kommt im Gesamtkonzept, das auf mich nicht progressiv sondern eher rezessiv und hinten angestellt wirkt. Es gibt keine wirklichen Highlights, dafür auch keine Lowlights. Wenn man also einfach mal das Gehirnabschalten will, ohne Atmosphäre, dann kann man hier ebenfalls gedankenlos zugreifen.

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