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BOSQUE - Beyond 08.02.2016

BOSQUE - Beyond

BOSQUE - Beyond

verfasst von Robert K.

Bosque Wie Bossk? Nein. Bosque sind nicht mit der britischen Truppe zu verwechseln, denn Bossk spielen Sludge und Bosque finsteren Funeral Doom. Es handelt sich hierbei um ein Ein-Mann-Projekt aus Portugal. Der Herr hinter Bosque hat schon zwei Alben zuvor geliefert und das dritte wird uns nun um die Ohren gewedelt. Ohne Großes Tamtam soll es dann auch losgehen, schließlich geht es um Musik.

Funeral Doom ist nicht gerade für seine progressiven Elemente bekannt und daher darf man auch hier keine Höhenflüge der Kreativität erwarten. Steinmetze meißeln auch seit jeher Inschriften in Grabsteine und verwenden dazu keine Sprühfarbe. Herr Bosque hat sich in diesem Punkt keine Blöße gegeben und bleibt dem ehrwürdigen Handwerk treu und schrammelt uns auf drei Liedern jeweils ein paar Akkorde entgegen und schafft es mit dieser geringen Anzahl auf eine knappe Dreiviertelstunde. Damit ist schon mal eine geschmacksabhängiges Fundament geschaffen, was sich durch das ganze Album ziehen wird und daher nochmal der dezente Hinweis, dass das Nachfolgende nur meine Meinung ist.

Das Album ist anfangs extrem zäh, langweilig und schwer erträglich. Es ist langsam, langatmig und sehr schlecht produziert. Der Bass kommt kaum zur Geltung und die Gitarre ist so kratzig aufgenommen, dass die Ohren teilweise schmerzen. Der Gesang übersteigt die Stufe des Hineinrufens leider nicht hinaus. Am Schlagzeug ist ebenfalls nicht viel Nennenswertes zu hören. Wenn die Sterne jedoch richtig stehen und man kopfschmerzresistent an die Sache geht, wird man gelegentlich so etwas wie Hörgenuss erleben. Entgegen jeglicher Vernunft schafft man es, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob ich das Album mag oder nicht. Rein von der Technik sollte man es einfach nicht gutheißen, allerdings schaffen die Songs es, einen in die Spirale der Verzweiflung zu ziehen. Man verliert jegliche Lust und hört einfach weiter, wie in einem vegetativem Koma, bis es dann vorbei ist.

Trotz oder gerade wegen der technischen Fehltritte oder eher Fehlstürze funktioniert Beyond von Bosque leider auf eine Art, auf die Musik nicht unbedingt genossen werden sollte. Das Album muss mit Sie angesprochen werden, wenn man es ernsthaft ertragen möchte und es kreiert dabei eine wirklich dichte Atmosphäre, die wie für Funeral Doom gemacht ist. Eine eingeschränkte Empfehlung für Otto Normaldoomhörer mit viel Geduld und zu wenig besser produziertem Kram zu hören.

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