Review

BONFIRE - Temple Of Lies11.04.2018

BONFIRE - Temple Of Lies

BONFIRE - Temple Of Lies

verfasst von Tim

Beim Hören von Rock- und Hardrock-Platten deutscher Musikkappellen habe ich mich oft bei einem in mir entwickelndem Gefühl ertappt: Erregung. Woran liegts? Aus meiner Sicht ganz einfach daran, dass deutsche Rock- und Hardrockbands mit Liebe, Hingabe und Bewusstsein auf schöne Melodien achten, die am Ende in einem geilen Chorus münden. Mir liegt das aktuelle Werk der ursprünglich in Ingolstadt gegründeten Musikkapelle nun vor und nach mehreren Hördurchläufen kann ich zwei Angelegenheiten bestätigen: meine Sicht hat sich bestätigt. Und ja - ich war erregt. Um meine Erregung und meine Sicht nachzuvollziehen, beschreibe ich konkret und auf dem Punkt genau, was ein jedes einzelne Stück dieser Platte abliefert.

Eröffnet wird das Werk mit einem Instrumentalintro. Aber nicht nur mit etwas Gitarrengefrickel hier und da. Nein, Klavierspiel dringt anfangs in unsere Gehörgänge, welche dann nach den weisen Kommentaren eines Herren von markantem, schnellem E-Gitarrenspiel erschüttert werden. Man fühlt: wir werden in eine tiefgründige Story eingeführt, die uns dieses Album möglicherweise vermitteln will. Direkt zur Sache geht es mit dem Nachfolgetrack "Temple Of Lies". In den Versen und im Chorus erwarten uns Edguy-artige Klänge in Power Metal-Manier. In den Versen und im Chorus haben wir einfach schöne Melodien und das markante E-Gitarrensolo in dem Stück bringt Farbe in diesen Track. Track 3 entführt uns melodisch in Fantasy-Gefilde. Es beginnt instrumental und auch vokalistisch anständig, steigert sich dann aber über einen emotional gesungenen Teil in der Bridge bis zum einfachen, aber schön klingendem Hochgesang in den Chrous hinein.

Das Stück "Feed The Fire" weist einprägsame E-Gitarrenmelodien zwischen den Choren auf und der Chorus an sich ist einfach, aber einprägsam, was mitunter daran liegt, dass mit dem gesungenen "feed the fire like a bonfire" automatisch ein kultiger Image-Gesang für die namhafte Band geschaffen wird. "Stand Or Fall" muckt sogar mit coolem, männlichem E-Gitarrenspiel samt geilem Gesang in unterschiedlichen Klangfarben auf. Damit ist die Halbzeit erreicht und der ein oder andere fragt sich: geht es auch mal ruhiger? Oh ja, das geht. Denn die Herren haben auch eine sensiblere Seite, die im sechsten Track "Comin' Home" offenbart wird. Es handelt sich hierbei um eine Rockballade mit ruhigem, gefühlvollem Anfang, die sich zunehmend in herzzerreissendem Hochgesang mit melancholischem E-Gittarenspiel hineinbegibt.

Leider schwächelt die Platte kurz vor dem Finish etwas. Track 7 und 8 nämlich haben nicht mehr diese instrumental-bombastischen, catchigen Klänge vorzuweisen wie die Vorgängertracks, sondern weisen eher Lückenfüllermentalität auf. Das liegt neben den vernünftig gespielten Instrumenten unter anderem daran, dass der Chorus zwar ins Ohr geht, aber einfach nicht mitreißt und folglich aus dem Ohr wieder hinausströmt. Die beiden letzten Tracks sind da wegen ihrer höheren, musikalischen Dynamik und einem catchigen Chorus nochmal ein abgerundeter Abschluss. Rock-, Hardrock- und auch Power Metal-Fans sind gut beraten, diese Scheibe anzutesten. Denn dieser Zielgruppe könnte am Ende das widerfahren, was ich dank des musikalischen Bombasts als glücklicher Typ erleben konnte: eine Erregung.

Tracklist:

01. In The Beginning
02. Temple Of Lies
03. On The Wings Of An Angel
04. Feed The Fire
05. Stand Or Fall
06. Comin' Home
07. I'll Never Be Loved By You
08. Fly Away
09. I Help You Hate Me
10. Crazy Over You

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