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BLACK LOTUS - Sons of Saturn23.09.2018

BLACK LOTUS - Sons of Saturn

BLACK LOTUS - Sons of Saturn

verfasst von Henry E.-S.

Ich hab mich lange nicht mehr so gefreut ein paar Euros mehr für ein gutes Headset aus dem Fenster geworfen zu haben. Da lässt doch die Debut-Scheibe "Sons of Saturn" von Black Lotus erst einmal einen so deepen Bass durch die Lauscher kreisen, dass sich für den Zuhörer fast schon die Welt kurz zusammen zieht. Das ist schon mal ein geiler Anfang. Aber kann auch der Rest dieser Scheibe mithalten? Black Lotus kommen aus Barcelona und sind dem Epic Doom verfallen, jener Kombination aus den schwarzen, schweren Riffs des Doom Metal und den Song- und Lyricstrukturen des Power Metal.

Diese Kombination wird meist sträflich übersehen (außer du heißt Candelmass), dabei ist sie musikalisch betrachtet die logischer Weiterentwicklung jeder Power Metal-Band, welche auf Fantasy steht und was Monumentales rüber bringen will. Gut, da besteht natürlich immer die Gefahr, dass man es übertreibt. Black Lotus zäumen das Pferd von der richtigen Seite auf. Sie wissen ganz genau, dass die Grundstrukturen des Power Metal der Heavy Metal sind. Und das hört man die ganze Zeit heraus. Die Basis dieser Epic Doom-Songs bildet in erster Linie klassischer Heavy Metal. Und wer bei Track 4 "Protective Fire" nicht automatisch an Judas Priest denkt, der sollte noch mal die Klassiker wiederholen. Also eine Heavy Metal Fundament, auf welchem nun mit massiven Doom-Riffs ein verfickt großes und geil aussehendes Schloss drauf gemörtelt wird.

Die Songstrukturen sind dabei erstaunlich Wiederholungsarm, also wollen mal sagen, natürlich sind da immer Wiederholungen drin, aber Black Lotus verstehen es, die Songs als Gesamtwerk so auf zu bauen, dass keine langatmigen Episoden entstehen. Der Gesang bleibt ebenfalls in klassischen Heavy Metal-Gefilden und ich beginne mich zu fragen, ob diese Retrowelle, die schon eine Vielzahl von Neo-Classic-Metal-Bands hervor gebracht hat, nun auch in den Doom rüber schwappt. Dann fällt mir aber wieder ein, dass der Doom schon immer mehr mit dem klassischen Metal verwandt war als alles andere. Kommen wir aber noch einmal zu dem, was sich nun alle vorstellen und was ich direkt mal kaputt machen kann: Doom muss nicht langsam sein oder auf klassisches Geriffe verzichten. Beides sind Elemente von "Sons of Saturn", die es zu einem des besten Epic Doom-Platten macht. Aber, aber, aber: Gibt es jetzt nichts zu meckern? Nur ein wenig.

Die Gitarren hätten noch mehr übersteuern können, was aber auch nur meine persönliche Meinung sein kann. Für mich ist diese Scheibe absolut genial und für Einsteiger gut geeignet. Ich kann einfach nicht viel zu dieser Platte sagen, weil sich die Jungs einfach keine Fehler erlauben. Ein sauberes Debut, auf das nur ein Satz folgen kann: Tja, scheiße, jetzt werden alle Alben von euch immer mit dieser Platte verglichen werden. Aber Top-Album. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01.Saturn Kings
02.Sandstorm
03.The pyre - Intro
04.Protective five
05.Taurobolium - Intro
06.Sons of Saturn
07.The swamp
08.Return to erebus

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