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BLACK BLOOD - Black Blood10.12.2015

BLACK BLOOD - Black Blood

BLACK BLOOD - Black Blood

verfasst von Robert K.


Mit einem Namen wie Black Blood kann der geübte Metal-Hörer nicht viel anfangen, da man sich nicht unbedingt viel darunter vorstellt. Dass dahinter aber eine finnische Band steckt, welche ihre Richtung als Southern Groove Stoner Metal bezeichnet, kommt leicht überraschend. Die Jungs gehen mit einer Attitüde an ihr Schaffen, die sehr löblich ist: Betrunkene Jam Sessions. Man kann sich denken, dass das Ergebnis sehr interessant klingen wird und Spoiler: Das tut es. Aber nicht zu viel des Vorgeplänkels.

Black Blood sind zwar erst 5 Jahre alt, aber sie scheinen ihr Handwerk zu beherrschen. Es gibt keine Scheu vor neuen Variationen der Genres, wie oben zu lesen, denn der finnische Trupp verbreitet eher eine Western-Stimmung oder einen texanischen Vibe und erfüllt damit schon mal den Southern-Teil. Das schaffen ist nicht unbedingt kompliziert gestaltet, aber weiß zu unterhalten und größtenteils kommt reinste Kopfschüttellaune auf. Live kann man sich diese Band ziemlich gut vorstellen. Was mir besonders gefällt, ist der Sänger, der eine schön rotzige Stimme hat, die einfach perfekt auf die Atmosphäre passt und das Gesamtwerk definitv bereichert. Einige Lieder, z.B. "Shrine Of Vanity", könnte ich mir zu einem High Noon-Duell in einem Film gut vorstellen. Aber nicht nur als Live- und Filmmusik funktionieren Black Blood. Für ein Debütalbum ist das Ganze auch sehr schick produziert, was man bei der in der Einleitung genannten Prämisse nicht voraussetzen kann. Ein klares Manko ist natürlich das Cover des Albums. Ein schwarzer Grund mit roten Spray und weißer Schrift, die irgendwo aus dem Netz geladen wurde, inspiriert leider nicht gerade zum Kauf. Schade, denn so entgeht dem möglichen Käufer dieses Album.

Als Druckventil nach einem langen Arbeitstag kann man sich Black Blood gut geben. Es ist traurig, dass sich die Gruppe so einen nichtssagenden Standardnamen gewählt hat und ebenso schwer zu finden ist. Das Album ist nicht vielsagend in seinen Texten und hat seine Ecken sowie Kanten, aber gerade das trägt zu seinem Charakter bei. Wenn man sich etwas eingehört hat, wird man sehr warm damit und fühlt sich mehr als nur einmal gut unterhalten. Eine klare Empfehlung für Fans von Mastodon und Konsorten.

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