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BEYOND THE BLACK - Lost in Forever27.01.2016

BEYOND THE BLACK - Lost in Forever

BEYOND THE BLACK - Lost in Forever

verfasst von Karla the Fox

"Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch: Delain, Within Temptation, Avantasia,..." Das sagt Amazon, wenn man sich dort die wunderschöne Lost in Forever Fanbox anschaut. Man darf sich schon freuen, bis am 12. Februar, nur ein Jahr nach dem Debut Songs of Love and Death, die zweite LP der Raketenstarter Beyond the Black in alle Welt verschickt wird. So ganz kann ich es immer noch nicht glauben, mit was für einem Schlag diese Band plötzlich in aller Munde war. Den langen harten Weg der halb leeren Clubs und des ewigen Vorband-Daseins haben sie einfach mal übersprungen. Erste Tour mit Saxon, zweite als Headliner, die dritte, die nun im März folgt, wird von niemand geringerem angeführt als den Scorpions - der international erfolgreichsten Metalband aus Deutschland aller Zeiten! What the Fuck?! 

Was erwartet uns mit Lost in Forever? Den Titel des Albums muss ich bemängeln. Der ist zu gewollt. Zu soft und ach so dunkel und verlassen. In dem Bereich an das ganze Team: bitte etwas mehr Kreativität. Ist nicht das erste Mal, dass ich das denke. Jedoch hat die Platte musikalisch so viel zu bieten, dass das so was von egal ist... Die noch junge Jennifer Haben singt auf diesem zweiten Werk bereits viel erwachsener. Man hört ihr die Routine an, die sie durch das Touren bekommen hat. Noch müheloser als zuvor verzaubert sie Männlein wie Weiblein mit ihrer gleichzeitig zerbrechlichen und druckvollen Stimme. Im Kontrast zu ihr stehen Christos Vocals. Sie sind wie Feuer und Wasser, rauchig und fließend. Geile Kombi. Jeder der Musiker hat seinen eigenen Signaturesound, und es gibt Momente, die mich zum schmunzeln bringen, wie beispielsweise "Forget My Name", und nicht nur da. Doch fangen wir mal von vorne an.

Der Opener ist gleich der Titelsong "Lost in Forever" und darüber hinaus noch die erste Single. Hier wird also gleich alles gegeben, was machbar ist. Der Song ist eine melodische Midtempo-Hymne. Mitsingbar, genial produziert, genau so, wie man sich eine Synphonic Metal Single wünscht. Alles was dieser Nummer, und vielleicht dem ganzen Album, fehlt, sind die richtigen Extreme, bei denen sich alles innerlich biegt. Stattdessen ist es ein gefälliger Hörgenuss. Die Musiker hier können richtig was. Schade, dass Drummer Tobi auf so einer CD kein Solo abliefern darf. Was er nämlich bei der letzten Tour gebracht hat, wurde in meiner Erinnerung erst von zwei Drumsolos überhaupt überboten - und der eine davon war ein Progressive Rock Songwriter und der andere war Tommy kopfüber in seinem Crüecifly, bei dem die Effekte mehr beeindruckten als die Beats. Der zweite Song "Beautiful Lies" ist eine Kooperation mit Masterplan-Sänger Rick Altzi. Dementsprechend leiht er dem Stück seine Gaststimme. Am Ende des Songs singen Jennifer und Rick natürlich im Duett und es passt wie Arsch auf Eimer. In "Written in Blood" darf ein wenig mit der Technik gespielt werden. Es wird noch einmal schmerzhaft schöner. Hier höre ich persönlich einen Touch Evanesence heraus. Jenni kann auch tiefer. Mit der nächsten Idee hätte ich rechnen können, habe ich aber nicht. Im ersten Album war's ein Cover von Motörheads "Love Me Forever" (R.I.P. Lemmy). Heute ist es "Against the World", welches Hannes vor Jahren für Kissin' Dynamite geschrieben hat. Duett!!

Es geht wundervoll komponiert weiter, mal leichter, mal stürmischer. Doch sticht für mich künstlerisch erst "Burning in Flames" wieder richtig heraus. Dann geben uns Beyond the Black ihre eigene Version vom mysteriösen "Nevermore"-Raben. Da hätte man noch etwas mehr Gruselfeeling rausholen können. "Shine and Shade" ist wieder richtig interessant. Von einem Touch Mittelalter am Anfang entwickelt es sich zum Ende zu einer großen, wie von einem Chor gesungenen, Sinfonie. Vielleicht mein kleiner Favorit. Die größte Abwechslung bringt uns die Closing-Nummer "Love's a Burden". Akustikgitarre und so. Das geht sogar auf einem schwarzen Hocker in einer verrauchten Bar.

Jetzt habe ich eine ganze Menge geschrieben und ihr Armen habt noch keinen Ton gehört. An eurer Stelle würde ich gleich am 12. Februar in "Lost in Forever" reinhören. Etwas bahnbrechend Neues hat die Band nicht erschaffen, doch ich bin und werde treuer Fan bleiben, wenn sie so weiter machen.

 

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