Review

BEYOND THE BLACK - Heart Of The Hurricane31.08.2018

BEYOND THE BLACK - Heart Of The Hurricane

BEYOND THE BLACK - Heart Of The Hurricane

verfasst von Kalle

Im Pressetext zur Platte wird die Band enorm hochgelobt, doch ist Beyond The Black wirklich der neue Stern, wie beschrieben? Ist das Album wirklich ein solcher Kracher und hat sich das neue Line-Up wirklich gut gefunden, so dass sich das Album abheben kann? Ich hab reingehört und bin der Meinung, es ist ein gutes Album, aber längst kein Überflieger.

Beyond The Black sind in der Metalszene sehr kontrovers diskutiert worden, weil es mehr als Projekt angesehen wird, als eine Band, welche sich von grundauf geformt hat. Einziges Originalmitglied vom Start ist Sängerin Jennifer. Der Rest wurde vor einiger Zeit ausgetauscht. Man hat die Band zu Beginn ziemlich häufig auf Tour geschickt und versucht überall zu promoten, wo es nur ging. Das hat nicht nur an den Musikern genagt, sondern auch an der Glaubwürdigkeit von ehrlicher Musik.

Metal sollte kein Massenprodukt sein, was man überall hochzüchtet und bis auf den letzten Cent ausmelken könnte. Das schadet den Fans und den Personen hinter einer solchen Band. Doch Beyond The Black haben sich scheinbar gefangen. Man hat nicht gleich 2017 das nächste Album gebracht, sondern sich mit dem dritten Werk jetzt etwas mehr Zeit gelassen. Das spührt man durchaus auch. Es wirkt reifer und nicht so komplett künstlich. Scheinbar hat die Band hier viel selbst machen können und wenig vor die Nase gesetzt bekommen, wie es früher der Fall schien.

Es befinden sich tolle Tracks auf der Platte, die nicht nur auf Mainstream getrimmt wurden. Klar... der Titeltrack zur Platte "Heart Of The Hurricane" ist schon sehr Massentauglich gestaltet, was an den eingängen Melodien und einfachen Texten liegt. Doch er macht auch klar, das die Band sich sehr variabel verhalten kann. Sie können für die große Masse produzieren und gefallen und das ist für eine erfolgreiche Band natürlich wichtig. Die Kosten müssen ja wieder eingespielt werden. Und die Produktion der Platte, was Klang und Vielfalt angeht, da hat man sich nicht lumpen lassen.

Viel episches Material ist zu finden, doch man lässt auch die zarte Seite durchblicken. Das gefällt mir sehr und macht das Album doch sehr interessant zu hören. Man setzt viel auf Orchestersound, wie es in "Through The Mirror" zu spühren ist. Das hat mich an mancher Stelle gar an Evanescence erinnert. Und man schafft es auch mit den Melodien die Message in den Songs zu untermalen. "Million Lightyears" wirkt wirklich sehr offen und weitgehend. Man verzichtet auf harte Riffs, setzt mehr auf lange Töne im Gesang und sanftere Töne. Das Album stürmt auch nicht direkt einmal durch.

Beyond The Black setzen da wirklich auf Abwechslung von schnellen Tempotracks und ruhigen Balladen oder sanften Midtempotracks. "Escape From The Earth" ist hier als Beispiel als Ruhepol zu nennen. Auf dieser Platte gefallen mir die Gitarrensoli ganz besonders. "Beneath A Blackened Sky" ist zum Beispiel ein Track, der im letzten Drittel mich direkt gefangen hat. Nach dem Solo kommt noch ein epischer Part... das catcht! "My God Is Dead" ist dann ein Überraschungstrack. In der ersten Minute ist er so sanft und Gänsehaut bringend und dann kommt auf einmal ein Schrei und der Song nimmt eine komplett andere Gestalt an.

Generell befasst sich die Platte mit Themen wie Tod und Abschied und Dunkelheit. Das bringen Songnamen wie "Fairytale Of Doom", "Escape From The Earth", "Echo From The Past" usw. ganz klar rüber. Im Song "Scream For Me" hätte ich mir ein Gastauftritt von Bruce Dickinson gewünscht. Stattdessen gibt es nette Growls zu hören, was mal ein wenig Härte in die Platte bringt. Einer meiner Lieblinge auf der Platte ist tatsächlich der sehr tiefgründige Song "Breeze". Der hat mich direkt gefesselt, weil er so komplett aus der Reihe tanzt. Keine Gitarre usw. nur ein Orchester und ein Chor.

Alle weiteren nicht besprochenen Songs lasse ich euch mal als Überraschung. Das Album ist kein Überflieger, dennoch sehr abwechslungsreich. Man merkt klar, das Jennifer hier im Fokus liegt und ihr Talent voll ausgespielt wird. Es ist ein solides Werk, was seine interessanten Parts hat und daher definitiv kein Reinfall ist. Es ist sogar sehr empfehlenswert, wenn man sanft einsteigen möchte in den Bereich Metal. Live werden sicher die radiotauglichen Hits auf die Bühne kommen und die eigentlichen Highlights der Platte, jedenfalls aus meiner Sicht, weniger gespielt. Aber okay... das ist dann die große Auswahlmöglichkeit.

Man darf gespannt sein, wie sich der Weg von Beyond The Black entwickelt und ob sich die Meinungen in der Metalszene noch wandeln werden oder die gewissen Vorurteile verhärten. Mit dem neuen Album bringen Beyond The Black allerdings viel gutes Material mit, um sich zu behaupten.


Tracklist:

1. Hysteria
2. Heart of the Hurricane
3. Through the Mirror
4. Million Lightyears
5. Song for the Godless
6. Escape from the Earth
7. Beneath a Blackened Sky
8. Fairytale of Doom
9. My God is Dead
10. Dear Death
11. Scream for Me
12. Freedom
13. Breeze
14. Echo From The Past
15. Parade


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