Review

BELLGRAVE - Panzerherz30.03.2016

BELLGRAVE - Panzerherz

BELLGRAVE - Panzerherz

verfasst von Kalle

Nach dem ganzen melodischen Gedudel, darf es jetzt gerne eine Portion härter werden. Wie gut das mir die neue Platte von Bellgrave vorliegt. Und da fällt mir doch glatt mal wieder die Geschichte einer Liveshow der Jungs ein. Eigentlich ein guter Anlass, wo Bellgrave vor einiger Zeit bei einem Benefizkonzert spielten. Doch der Tontechniker der Veranstaltung hatte mal so gar keinen Bock und lies die Band praktisch alleine auf der Bühne. So war der Sound, der eh schon den Tag über Schrott war, auch bei Bellgrave nicht wirklich optimal. Schade, denn die Jungs haben sich mächtig ins Zeug gelegt für die gute Sache.

Dafür können sich jetzt auf ihrem neuen Werk "Panzerherz" glänzen. Was sie musikalisch machen, lässt sich ehrlich gesagt gar nicht so leicht erklären und auch die Band hat kein konkretes Genre für ihre Musik gefunden. Eine Umfrage bei den Fans auf Facebook ergab auch keine klare Antwort. Man hat sich zuletzt wohl auf Deutscher Death-Thrash & Roll geeinigt, was so ziemlich alles vorhandenen Genres in der Musik von Bellgrave gut wiederspiegelt. Die Musik ist nicht für ein kleines Stelldichein gedacht, denn in den elf neuen Stücken gibt es mal richtig was aufs Fressbrett. Ulf, das Biest am Gesang und der Gitarre, lässt es mit seiner düsteren Stimme so richtig tief wirken und wird dabei wunderbar von den Klängen seiner Mitmusiker unterstützt. Treibende, oftmals brachiale Klänge begleiten euch durch das Album. Aber wer glaubt, da wäre keine Melodie zu erahnen, der hat weit gefehlt, denn Bellgrave packen eine Menge in ihre Tracks. Dazu gehören auch Melodien, starke Hooklines und schmetternde Drums, die gerne mal aufs Rippenbrett knallen.

Gitarrenvirtuosen dürfen hier nicht verzagen und werden mit starken Gitarrensolos verköstigt. Dafür zuständig ist der Alex, der sicherlich so manch Riff nicht mehr aus den Kopf bekommt. Und Lars am Schlagzeug... nun... das er über die Snare schauen kann ist schon erstaunlich, doch was er mit ihr und den anderen Stücken seiner Schießbude anstellt, das hat schon was für sich. Es gibt aber einen Track auf der Platte, der mich ganz besonders gefesselt hat, weil ich dort auf den Gesang wartete und er nicht kam. "Nach Dem Tod" kommt ganz ohen Stimme aus und nimmt euch mit auf eine eigene Gedankenfahrt. Ich denke da lässt der Name des Songs einfach schon von sich selbst die Wirkung frei und euch in eine andere Ebene entgleiten. Hymne der Platte ist für mich ganz klar auch der Titeltrack zum Album. "Panzerherz" besticht für mich klar durch den starken Refrain mit düsterem Chor. Allgemein gefällt mir diese Art des Refrains, die öfters auf der Platte vorkommt, sehr gut im Kontrast zu der sehr dunklen Stimme von Ulf.

Wer sich von Songnamen wie "Leidenskind", "Tanz Auf Meinem Grab", "Schienenwolf" oder "Todesflüge" nicht abschrecken lässt und dazu noch Bock auf derben und dreckigen Sound hat, der aber weder unangenehm oder übertrieben ist, der wird mit der neuen Scheibe von Bellgrave ganz viel Freude haben. Wer allerdings mehr auf liebliche und sanfte Töne aus ist, der sollte das Genre wechseln. Bellgrave nehmen kein Blatt vor dem Mund und bringen ein Brecher auf den Markt, der hoffentlich einen Durchbruch herbei bringt. Und wenn es nur die Wand zum Nachbar ist :D Jungs... geile Platte!!! Schickt eine davon dem Tontechniker der erwähnten Show von damals :D


Tracklist:

1. Auferstanden
2. Größer als der Tod
3. Horizont
4. Leidenskin
5. Morgenrot
6. Nach dem Tod
7. Panzerherz
8. Regen
9. Schienenwolf
10. Tanz auf meinem Grab
11. Todesflüge

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