Review

BEHEMOTH - Messe Noire30.04.2018

BEHEMOTH - Messe Noire

BEHEMOTH - Messe Noire

verfasst von Henry E.-S.


Ich bin schon ein kleiner Trottel. Da bin ich mal ein paar Wochen eher auf meine Abschlussprüfung konzentriert - und schwupps, verliere ich irgendwie die Übersicht. Und vergesse mal vorher nach zu gucken, ob Behemoth wirklich ein neues Albums raus gebracht haben. Haben sie nämlich nicht.

Denn Messe Noire ist ein Live-Album. Und ich kleiner Kostverächter habe nur (!) ein einziges Album von Behemoth gehört. Bevor ihr fragt, ihr wisst welches Album es ist. Ja, es ist Evangelion. Hmpf. Zumindest konnte ich beim hören die Historie etwas nach holen. Nur um wieder direkt zu merken, dass ich Behemoth immer noch und immer weiter - und auch zukünftig - auf Evangelion reduziere/reduzieren werde. Tut mir Leid, Evangelion war mein Behemoth-Album.

Ich bin einfach kein Freund von diesem Schwarz angehauchten Death Metal. Und wo ihr grad eh da seid: Death-Trash gefällt mir auch nicht. Nicht die Härte zählt, sondern das Stil-Empfinden. Naja. Hören wir mal auf zu meckern. Kommando zurück, ich muss hier doch weiter machen mit der Meckerei. Messe Noire ist ein Live Album, welches zu großen Teilen (oder komplett?) aus Mitschnitte von einem Konzert in Warschau 2016 aufgenommen wurde. Und an der Sound-Qualität lässt sich nichts Negatives finden.

Natürlich steht bei Live-Alben immer die Gefahr im Raum, dass (vor allem bei Metal-Genres mit Blast-Beats und Double-Bass) alles im Schlagzeug-Gepolter untergeht und man nur noch so einen Mischmasch hört. Bei Messe Noire hört man selbst die Bass-Lines raus. Es ist also ein qualitativ hochwertiges Live-Album. Fans von Behemoth können und werden zugreifen. Für mich bleibt mein alter Zynismus: Es ist ein Live-Album. Die Energie, die während des Auftritts zu spüren war, kann man eigentlich nur fühlen, wenn man selbst dabei war. Live-Alben, die das schaffen, ohne das man dabei war, kann man an einer Hand abzählen. Also bei reinen Live-Alben. Live-Mitschnitte sind eine andere Baustelle.

Ich verstehe einfach nicht, wie man (bis auf die vorhandenen wenigen Gegenbeispiele) sich Live-Alben anhören kann, ohne dabei gewesen zu sein. Das Geblubber über "für unsere Fans" sparen wir uns hier mal. Das hat Behemoth nicht verdient, denn es ist an sich eine super Band (und Jeder muss sich einfach Nergals Nebenprojekt Me and That Man anhören). Trotzdem: Wenn ihr da draußen unbedingt ein Live-Album haben wollt, dann holt´s euch halt. Es ist sehr gut gemacht. Oder geht gleich auf ein Behemoth-Konzert, da habt ihr mehr von. Und am Ende auf Garantie einen im Tee. Und ja, dass sagt der Typ, der die Live-DVD Völkerball von Rammstein im Schrank stehen hat. Aber halt, Live-DVD´s sind eine andere Kategorie. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Blow your trumpets gabriel
02. Furor divinus
03. Messe noire
04. Ora pro nobis lucifer
05. Amen
06. The Satanist
07. Ben sahar
08. In the abscence ov light
09. O father O satan O sun!

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