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BANQUET - Jupiter Rose16.03.2016

BANQUET - Jupiter Rose

BANQUET - Jupiter Rose

verfasst von Robert K.


Achtung! Achtung! Vorhersehbarer Wortwitz: Es ist angerichtet! Banquet rufen mit ihrem Debütalbum "Jupiter Rose" zu Tisch und reichen dabei eine Rock´n´Roll-Concassée mit 70er Jahre-Karrée sowie einer Psych Rock-Melange. Die Kalifornier stammen aus San Francisco und versuchen sich, laut eigener Aussage, aus ihrer dortigen, trockenen Wiege zu befreien und wollen sich abheben. Mal schauen, wie es uns schmeckt.

Obgleich die Aussage der Band darauf hindeutet, dass man schnell aus der Gewöhnlichkeit von San Francisco entfliehen möchte, muss sie sich eingestehen, dass man sich sehr stark inspirieren ließ: sei es von einer gewissen Woodstock-Atmosphäre, die man als nicht Dagewesener spüren mag oder einer leichten Prise Black Sabbath. Das muss nichts Schlimmes sein, denn schließlich erinnert man sich ja gerne an die alte Zeit zurück und wenn das Album etwas kann, dann ist es den damaligen Charme einfangen.

Die Gesangsstimme klingt teils klar - teils kratzig, aber immer verständlich und bindet die Instrumente zusammen und trägt passend durch die groovigen und auch schnelleren Passagen der Lieder. Was besonders gefällt, ist der Bass, der das Fundament bildet und weich wie Butter unter der Melodie wa-wat und bom-bomt.  Über all dem thront die Produktion, die wie ein Studio von 1973 klingt. Es ist alles da: der Rauch im Mikro, Pappe an der Tür und ein Hendrix-Poster. Die Atmosphäre lässt keine Wünsche offen und präsentiert einen guten Eindruck einer kleinen Proberaumkapelle, die man auch selbst auf dem Sofa anhören kann - bloß halt auf CD und im Albumformat.

Was ein wenig untergeht, zumindest für meine Begriffe, ist der Psychedelic-Anteil, den ich nirgendwo richtig festmachen kann. Hier und da gibt es eine Stelle, die ein wenig danach klingt, aber kein Song verinnerlicht diesen Aspekt komplett - was nicht störend auffällt.

In der Endabrechnung steht also eine durchaus hörbare Scheibe, die auch Nicht-Fans mitreißen kann und Reize für eine große Hörerschaft bietet. Wer Musik für den Dauerlauf sucht, ist hier genauso richtig wie der, der etwas zum Entspannen hören will, aber Wasserfallgeräusche zu öde sind.

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