Review

BAD WOLVES - Disobey10.05.2018

BAD WOLVES - Disobey

BAD WOLVES - Disobey

verfasst von Kalle


Wenn man sein Album "Ungehorsam" tauft, was darf man dann für Musik erwarten? Ganz genau: Voll aufs Fressbrett! Bad Wolves aus Los Angeles erinnern ein wenig an Limp Bizkit, nur eben noch eine Spur härter. Also packt noch Korn / Slipknot usw. dazu und ihr habt eine ungefähre Vorstellung, was euch für ein Feuerwerk um die Ohren krachen wird. Und ich kannte die Band eigentlich nur von einem Song, den sie vor wenigen Wochen als Clip veröffentlicht hatten, der sehr unter die Haut geht - "Zombie" - das Cover von The Cranberries. Am 15. Januar 2018 wollte The Cranberries Sängerin Dolores O´Riordan mit Bad Wolves gemeinsam den Song aufnehmen, doch genau dieser Tag ist jetzt leider ihr Todestag. Der Track hat es dennoch auf die Platte geschafft und jedes Mal sorgt er für Gänsehaut.

Doch neben dem Track hat die Band noch ganz andere Lieder zu bieten. Und die sind wirklich getreu dem Motto "Ungehorsam". Songnamen wie "Officer Down", "No Master", "Better The Devil", "Jesus Slaves" oder "Truth Or Dare" lassen erahnen, was inhaltlich auf euch zukommt. Die Songs haben eine so enorme Moshpitgarantie. Schon beim ersten anhören bekam ich Bock einfach nur abzudrehen. Dieser Mix von Growls und Clearvocals hat richtig Zunder und nimmt euch direkt mit. Diese harten Drums, fetten Riffgewitter und diese enorm krasse Bassspur lassen jeden eurer Muskeln vibrieren. Aggressionen auf- oder abbauen... das könnt ihr hier selbst entscheiden. Die Platte ist eine reine Abrissbirne für eure Energie. Wenn ihr danach nicht ausgepowert seid, dann habt ihr entweder Übung oder euch nicht bewegt.

Abgemischt ist das Monsterwerk, daher auch der Druck der Platte, richtig gut. Die Vocals feuern aus allen Rohren und mit so krasser Power... da kommt dann ein Song wie "Zombie" schon als sanfte Ballade daher. Genau damit zeigen Bad Wolves ihre grandiose Vielsseitigkeit. Allein schon jetzt beim schreiben bekomme ich direkt wieder Gänsehaut. Was ich überraschend finde.. nach Zombie nimmt das Album etwas an Aggressivität ab, für ein zwei Lieder. Danach wird die Dynamik wieder angezogen und es geht direkt mit vollem Druck los. Man merkt hier also, das sich die Band Gedanken über Übergänge gemacht hat. Sie wollte nicht nur einfach einen ruhigen Track liefern und dann wie gewohnt weiter knüppeln, sondern sich dann erst wieder an das normale Klangbild rantasten. Mit "Hear Me Now" habt ihr auf dem Album einen weiteren sanften Song, der durchaus für Radiostationen interessant sein dürfte.

Er täuscht aber über die eigentliche Ausrichtung der Band hinweg. Wenn man dem im Radio hören würde, denkt man dann nicht direkt an die anderen Songs, die eben etwas dreckiger und aggressiver sind. Im Gesamten gefällt mir die Platte sehr und ich hab da durchaus ein musikalisches Ventil gefunden, wenn es mal etwas moderner sein darf. Von mir daher klar der Daumen nach Oben!


Tracklist:

01. Officer Down    
02. Learn To Live
03. No Masters
04. Zombie
05. Run For Your Life    
06. Remember When    
07. Better The Devil
08. Jesus Slaves    
09. Hear Me Now
10. Truth Or Dare
11. The Conversation    
12. Shape Shifter    
13.Toast To The Ghost

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