Review

ATROCITY - Okkult II11.07.2018

ATROCITY - Okkult II

ATROCITY - Okkult II

verfasst von Henry E.-S.

Langsam aber sicher kann man Atrocity (was, wie ich jetzt nach Jahren endlich gemerkt habe, ein englischer Begriff ist und nicht Atro-CITY ausgesprochen wird), zu den Urgesteinen der deutschen Death Metal-Szene zählen. Gegründet 1985 mit Ausflügen über Neue Deutsche Härte und Dark Metal bis heute. Jetzt sind sie wieder Death Metal. Also auf Ihrer neuer Langspielplatte "Okkult II". Eine kurze Google-Suche hält den Reviewer hier gut davon ab, sich nach dem Sinn von Alben-Titeln mit Nummern hinten dran zu fragen. Weil es erstens Darkspace gibt und das da funktioniert und es außerdem auch das erste Album "Okkult" gibt. Ob die zweite Platte eine würdige Fortsetzung ist, da kann ich hier nichts zu sagen, ich hab die Erste nicht gehört.

Dafür scheint zumindest das Plattencover von "Okkult II" eine Entschuldigung für das Cover der Ersten zu sein. Oben stand nun aber, dass Atrocity mit "Okkult II" wieder im Death Metal angekommen ist. Und diese Platte hat ganz schön was unter der Haube. Bis Track 06. Dann irgendwie nicht mehr. Aber bis dahin knallt Atrocity dem geneigten Zuhörer ein schönes Oldscool Death Metal-Brett entgegen, welches das Potenzial immer wieder aufflammen lässt, wirklich zu rollen. Denn das ist es, was Oldscool Death Metal ausmacht: Das Dahin-Rollen des Sounds. In bester Linie von Chuck Schuldiner und seiner Band Death. Dieses Rollen ist Etwas, was einige gute Oldscool Death Metal-Bands schaffen. Beispielsweise Cannibal Corpse. Atrocity schaffen das auf "Okkult II" nur teilweise. Die Produktion allein schon ist teilweise einfach zu steril, zu glatt. Dem Sound fehlt die gewisse Wärme, die dem Rumpeln des Death Metal ursprünglich anhängt.

Was jetzt nicht heißt, dass "Okkult II" kein geiler Death Metal ist. In dieser klassischen Spielweise des Death Metal ist die Scheibe super! Die Riffwände knallen, die Texte sind schön morbide und ab und an lässt sich der Death ´n´ Roll auch mal blicken. Bis zu Track 06. Es hämmert. Und zwar richtig auf "Okkult II", denn der Grund-Death Metal ist wirklich stark. Dies wird noch deutlich hörbarer, wenn wieder eine dieser Chöre einsetzt und man einfach nur drauf wartet, dass das endlich vorbei ist und es schön weiter hämmert. Was diese Chöre da sollen, weiß ich auch nicht. Sie stören einfach. Sie stören den tollen Death Metal. Bis Track 06. Ab, bzw. mit dem Beginn dieses Tracks geht dem Album einfach die Luft aus. Die restlichen Tracks kann man einfach mit dem Begriff "anwesend" beschreiben. Was schade ist, weil dadurch der Rest des Albums runter gezogen wird. Da wäre echt mehr gegangen. So bleibt eine sehr starke erste Hälfte mit störenden Chor-Gesangs-Einsprengseln. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Masters of Darkness
02. Shadowtaker
03. Bloodshed and triumph
04. Spell of blood
05. Menschenschlachthaus
06. Gates to oblivion Feat. Marc Grewe
07. Infernal Sabbath
08. All men must die
09. Phantom ghost
10. Devil´s covenant Feat. LG Petrov
11. The golden dawn

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