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ATOMIC SYMPHONY - Redemption27.10.2015

ATOMIC SYMPHONY - Redemption

ATOMIC SYMPHONY - Redemption

verfasst von Karla the Fox

Sie haben sich 2009 in einer ersten Konstellation zusammen gefunden, jedoch so viele Wechsel in der Besetzung und im Stil gehabt, dass sie erst 2015 ihre Debut-LP veröffentlichen konnten. Diese heißt nun Redemption und beinhaltet mitunter die vorher releaste Single "Abyss". Ich weiß nicht genau, wie als Sängerin Jasmin Baggenstos ist, doch ihre Stimme klingt für das Alter nach dem sie aussieht, sehr ausgereift, fast schon weise. Sie und ihre männlichen Bandkollegen liefern mit Redemption ein Debut ab, dass einiges an musikalischer Kunst zu bieten hat.

Atomic Symphony verstanden sich zu Beginn als Symphonic Metal Band (daher natürlich der Name). Mit der Zeit wuchs jedoch ihr Interesse in Acts wie Dream Theater und Meshuggah, wodurch sie sich Stück für Stück dem Progressiven Metal zuwandten. Dass sie sich nun als Prog verkaufen, finde ich nicht zu 100% gelungen. Die Anfänge ihrer Musik stecken noch in vielen Stellen ihres Songwritings fest und man sollte sich selbst nicht falschen Erwartungen hingeben um dann verwundert über das eigentliche Produkt zu sein. Wenn Atomic Symphony, die aus dem schweizerischen Wetzikon kommen, sagen, dass sie eine Mischform aus Prog und Symphonic spielen, sammeln sie wahrscheinlich mehr Punkte. Den wahren Prog Touch verleiht Keyboarder Carlo Beltrame, die Riffs und Rhythmen könnten aus viele schnelleren Metalrichtungen stammen und Jasmins Stimme ist eben noch stark sinfonisch geprägt. Für eine junge Band sind die Melodien sehr weit fortgeschritten. Reine drei-Akkorde-Hits haben sie sich wirklich verkniffen. Durch die Verwendung von 'nur' 9 Songs verhindern sie, dass Redemption zu langatmig wird.

Mir gefallen besonders die langsameren, schwereren Stücke, "Face The Evil" und "Shattered" in ihren dramatischsten Momenten. Das Gesamtfeeling ist getragen bis klagend, nicht hell und glockenähnlich schrill wie mancher Progressive Metal werden kann. Als Inhalt wählen Atomic Symphony esoterische Themen, Götter, Teufel und das verlorene Paradies, welches im Opener "Lost Eden" besungen wird. Nicht nur der Keyboarder, auch der Gitarrist weiß, wie man aus immer gleichen Metren ausbricht. Es bereitet ihm viel Spaß, sein Instrument die Tonleitern hoch und runter zu jagen. Mit dem Bass und den Drums, ohne Keys und Vocals, würde es sich tatsächlich in viele Stile einfügen können. "Delusive Dreams" ist ein reines Instrumentalstück, wie ein extra langes Interlude, das sich perfekt in den insgesamt sehr gut abgestimmten Mix einfügt. Redemption ist eines der Alben, in die man je nach Laune einfach eintauchen kann und das den Blutdruck sowohl senken als auch aus dem Tief herauslocken kann. Ich muss aber noch mal betonen, dass wir es hier mit wirklich fortgeschrittenen Musikern zu tun haben, denen mit wachsender Erfahrung sehr abenteuerliche Arrangements gelingen werden.

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