Review

ASYLUM 8 - Repressed21.11.2017

ASYLUM 8 - Repressed

ASYLUM 8 - Repressed

verfasst von Henry E.-S.


In dem wirklich immer wieder zu empfehlenden Doku-Klassiker "Until the light takes us" formulierte Fenriz (Wer den jetzt nicht kennt: Setzen, 6) einen interessanten Satz (den ich hier Sinn gemäß zitierte. Ich hab Feierabend und wer den Originalwortlaut haben will: Guckt den Film!): "All the other bands: They hear two electronic albums. And say "maybe we can put that in the metal, maybe that would be cool". "Man thats not Darkthrone." Netter Satz und hier geht´s gar nicht um Darkthrone. Auch nicht um Fenriz (na? Haben jetzt alle Alibi-mäßig nachgeguckt, wer die knuffigste Person des Black Metal nochmal war? Ja? Gut. Wieder was gelernt, wa?). Hier geht´s um Song 5 "Passing" vom aktuellen Album "Repressed" von Asylum 8. Und jetzt passt mal auf, wie dieses einleitende Zitate von Fenriz (wie du hast dir immer noch "until the light takes us" angeschaut? Machs! Jetzt! Das ist hier eine schriftliche Kritik. Du kannst wirklich einfach erst den Film sehen und nachher hier weiter lesen! Wirklich machs. Ich warte hier auf dich, ich hab Zeit. ... Geschaut? Gut. Der ganze Film hat übrigens nichts mit dieser Kritik zu tun. Aber schön, dass ich dich dazu bewogen habe, ihn zu schauen. Dann machen wir jetzt mal weiter.). Also. Song Nr. 5 "Passing" vom neuen Album von Asylum 8 ist einer dieser Versuche, wo man ganz klar sagen kann: Nein, dass ist nicht Darkthrone. Aber es funktioniert. Und macht Laune. Also dieser Song. Man wird schön von elektronischen Beats in den Song hineingetragen, welche sich direkt mit den metallischen Melodic-Death (ja, so hab ich das wahr genommen.

In der Veröffentlichungsliste stand zwar Industrial Metal, aber egal) vereinigen. Das Schlagzeug knallt, der Elektro-Bass pumpt und die Gitarren flirren. Und das ist schön. Und ein Song, der definitiv auf meine ewige Playlist kommt. Einer von 8 Songs. Der beste von ihnen. Und der Rest ...  wisst ihr, bei meiner ersten Kritik auf dieser illustren Webseite gab es einen Kritikpunkt seitens Kalle, welcher genau diese " ... " betraf. Manchmal muss man einfach bestimmte Elemente einsetzen, um bestimmt Dinge hervor zu heben. Es kommt immer auf den Kontext an. Ich meine, ich liebe Klammern. Neben Bindestriche kann man mit Klammern so schönen verbalen Quatsch machen. Der lange Rede gar kein Sinn: Ich kann einfach nicht anders, als meinen Sermon über dieses Machwerk mit 3 Punkten und einem Seufzen auf der nonverbalen Metaebene zu beginnen. Okay, ich versuchs mal dem Seufzer als Anfang. Vielleicht erzeugt das einen humoresken Effekt.

*Seufz* ja. Der Rest von "Repressed" ist handwerklich auf hohem Niveau. Die Musiker wissen Ihre Instrumente gut einzusetzen und man merkt, dass da Jemand bestimmt mal bei "Jugend musiziert" nicht nur mit einer Teilnehmerurkunde nach Haus gegangen ist. Der Gesang setzt sich zusammen aus sehr klarem Growling (welches mit dem Wort "Verstehbarkeit" ganz gut beschreiben ist) und Klargesang welcher so von den ersten Alben von Sonata Arctica kommen könnte. Und über alle schwimmt ein Keyboard, welches eine sehr schöne begleitende und Melodie-führende Wirkung hat. Und mich auf extrem starke Weise an Sonic Syndicate erinnert, als sie noch gut waren (also The Unguided). Extrem ist hier wohl etwas untertrieben: Das Keyboard in Kombination mit der Song-Grundstruktur erinnert so stark an Sonic Syndicate, wie ein Baseballschläger im Gesicht an das Wort "Schmerz". Nun, an dieser (sagen wir mal "modernere") Form des Metal ist eigentlich nichts falsch. The Unguided kann ich den halben Tag  rauf und runter hören. Und das werde ich jetzt auch tun. Denn bis auf den Song Nr.5 "Passing" passt auf Asylum 8´s neue Platte die Beschreibung "alles Richtig gemacht aber auch nichts besser als alle anderen". Oder wie ich immer zu meiner Mutter sage, wenn sie mal wieder kaum Gewürze genommen hat: "Schade - zu Fade".

Leider nur 5 von 10 Leute, die dem alten Sonic Syndicate hinterher trauern für "Repressed". Und für nächstes mal noch mal bitte 2000 mal den Song Nr. 5 "Passing" anhören - und nein, dass David Hasselhoff-Cover reißt es nicht raus. Göttliche Songs covert man nicht. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.

Track-List:

1. Disarray
2. My Lamentation
3. At the Edge of My Mind
4. Thanatophobia
5. Passing
6. Acceptance
7. Deliverance
8. True Survivor (David Hasselhoff Cover)

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